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„Versunkener“ Garten

Eine topografische Eigenheit als identitätsstiftendes Element

Der rund zwei Hektar grosse öffentliche Park Pfingstweid befindet sich im ehemaligen... mehr

Der rund zwei Hektar grosse öffentliche Park Pfingstweid befindet sich im ehemaligen Industriegebiet Zürich-West zwischen dem trockenen Gleisfeld der Bahnanlagen und dem Flusslauf der Limmat. Der Umstand, dass die grossflächigen Industrieanlagen rund um die Pfingstweidstrasse auf einem künstlich aufgeschütteten Terrain erstellt wurden, führte dazu, dass das Gebiet auf dem tieferen Niveau der ursprünglichen Pfingstweid liegt. Die topografische Eigenheit blieb als identitätsstiftendes Element auch mit der Umgestaltung zum öffentlichen Parkraum spürbar und wird erlebbar gemacht.

Der neue Park ist als „sunken garden“ (ein aus England stammender historischer Parktyp) angelegt, der mittels einer begrünten und meist durch eine Wasserfläche gestalteten Senke das Sinnbild des Paradiesgartens aufnimmt. Der Übergang von der eher feuchten, grünen Senke der Pfingstweid in der Parkmitte zur eher trockenen, mineralischen Stadtebene um den Park herum erfolgt über verschiedene Bodenschichten. Während die Parkränder als unterschiedlich stark ausformulierte, typologisch beinahe baumlose Kanten mit kiesigen, armen Bodenschichten konzipiert sind, ist das Herz des Parks durch organische Böden, eine saftige Wiese und einen lichten Wald gekennzeichnet.

Auf der feuchten Parksenke werden in ein paar Jahren wieder grosse Stieleichen wachsen. Dazu einheimische Laubhölzer wie Winterlinden, Feldahorne, Schwarzerlen und Hainbuchen. Eine ähnliche Artenzusammensetzung findet man im Atlantikum (vor ca. 10'000 bis 6'000 Jahren) während eines Klimaoptimums der Nacheiszeit, als Eichen, Ulmen, Linden, Eschen und Ahorne die eichenreichen Wälder und reichen Böden im Flachland Europas zurückeroberten. Aus ihren Rückzugsgebieten im Osten, Südosten und Süden Europas wanderten im Lauf von Jahrtausenden die dort verbliebenen Gehölze wieder nach Mitteleuropa zurück und bildeten über mehrere Entwicklungsstadien unsere Urwälder. Davon sind heute nur noch kleine Restflächen übrig geblieben. Doch diese Wälder prägen seit ihrer Ausbreitung nach der letzten Eiszeit unser Naturverständnis und sind eine wiederkehrende Erscheinung in unseren Landschaften.

Um die Bedeutung der Eiche als wichtigsten Kulturbaum der ehemaligen Pfingstweid hervorzuheben, stehen die Eichen, anders als alle anderen Laubbäume, in Form prächtiger Solitärbäume in der grünen Parkwiese. Um ihre seit Beginn bestehende Präsenz zu betonen, sind sie als grössere, in der Baumschule mehrfach verpflanzte Bäume gepflanzt worden. Dabei sollen einige mehrstämmige, malerische Solitärbäume auch auf das unberührte, bewaldete Urparadies verweisen.

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