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Liegender Kubus in Kanariengelb

Durch die Aufstockung erhält der Kindergarten Spittel eine starke Identität

Mit seiner farbig rhythmisierten Aussenhaut aus länglichem Fassadenschiefer erhält der... mehr
Mit seiner farbig rhythmisierten Aussenhaut aus länglichem Fassadenschiefer erhält der Kindergarten Spittel in Affoltern am Albis nach der Sanierung und Aufstockung eine starke Präsenz. Der Kindergarten aus dem Jahre 1968 entsprach nicht mehr der aktuellen Schulbaurichtlinie des Kantons Zürich, die verlangt, dass jedem Hauptraum ein kleinerer Gruppenraum zugeordnet ist. Hinzu kam, dass das Gebäude nur unzureichende Arbeitsplätze für die Lehrpersonen aufwies und es an Materialräumen fehlte. Der anderthalbgeschossige Bau wies eine zeittypische schlichte, durchaus reizvolle Backsteinfassade auf, die an Attika und Fensterfronten von Sichtbetonbändern gefasst wurde.

Die neue Fassade weist Minergie-Standard auf, was mit Eingriffen in die bestehende Fassade und sichtbaren Schnittpunkten zwischen „alt“ und „neu“ umgesetzt wurde. Eine Aussenhaut aus horizontal gelegten, schlanken Eternit-Fassadenschindeln in den vier Farben weiss, hellgrau, beige und sonnengelb umhüllt das aufgestockte und gedämmte Gebäude. Innen verfügt jede der drei Klassen über einen 80 m2 grossen Hauptraum sowie einen Gruppenraum von 36 m2. Die Räume und internen Verkehrsflächen, insbesondere das Treppenhaus, wirkten vor der Sanierung angejahrt, verbaut und etwas dunkel. Mit wenigen Eingriffen, wie einem neuem Treppengeländer, einer eleganten Beleuchtung und vor allem mit Farben gelang es, das Bild der Räume vollkommen zu verändern. Aber nicht gelb und beige, sondern ein kräftiges Grün und das Weiss der Wände, Einbauschränke und Brüstungen bestimmen die sanierten Innenräume und machen sie hell und luftig. Im neuen Obergeschoss entstand so viel Nutzfläche, dass der grössere der beiden Klassenräume mit einer geräumigen Dachterrasse in den Aussenraum erweitert wurde.

Diese Aussparung innerhalb der Kubatur passt gut ins neue Erscheinungsbild des Gebäudes, dessen geschlossene, farbige Schindeltextur nur mehr durch die Öffnung des Eingangs und die grossen, liegenden Fenster unterbrochen wird – ein Haus, homogen in der Form, heterogen in seiner Erscheinung. Denn abgesehen von seinen Öffnungen prägen das Bild des Gebäudes vor allem die in drei unterschiedlichen Verlegemustern vorgehängten Schindeln. Die Fassade erinnert mit ihren teils fliessenden Farbübergängen, ihrem teils kontrastreichen Nebeneinander an ein Gefieder oder die Reflektion von Wellen auf einem See. Den Architektinnen von Illiz Architektur gelang es, dem aufgestockten Gebäude eine neue, zur veränderten Kubatur passende Identität zu geben, und es mit einem dezidierten Farbkonzept innerhalb einer Nachbarschaft nüchterner, weiss verputzter Wohnbauten als öffentliches Bauwerk hervorzuheben.

www.illiz.eu
Architekten: illiz architektur www.illiz.eu Fotos: Florian Amoser mehr

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Fotos:

Florian Amoser