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Kalter Krieg und Architektur

Beiträge zur Demokratisierung Österreichs nach 1945

Vorschau: 01_PraderFehringer_gta_42_X_163_5

Arbeitsgemeinschaft Prader/Fehringer: CIAM-Projekt, Quartier Lichtenthal, Wien, 1945/55, Baukörper Haupttyp

Vorschau: 02_Globus-Grundsteinlegung-20_3_1954

Karl Franz Eder, Fitz Weber, Margarethe Schütte-Lihotzky, Wilhelm Schütte: Globus Zeitungs-, Druck- und Verlagsanstalt, Höchstädtplatz, Wien 20, 1954–1955, Grundsteinlegung 20.3.1954

Vorschau: 03_Haerdtl_Amerikahaus_Perspektive_f

Oswald Haerdtl: Wiederaufbau Heinrichhof, Kärntner Straße, Operngasse, Wien 1, 1951-1953, Perspektive, Amerikanisches Informationszentrum

Vorschau: 04_kitt_preradovic_03

Ferdinand Kitt: Paula-Preradović-Haus, Alpbach, 1951–1958, Perspektive Eingangsbereich

Vorschau: 05_intercont_perspektive_N45_f

Walter Jaksch, Carl Appel: Hotel PanAm und Wiener Eislaufverein, Johannesgasse 28, Wien 3, Perspektivische Entwurfsskizze

Vorschau: 06_Veitingergasse

Carl Auböck, Roland Rainer: Musterhäuser Veitingergasse, Wien 13, 1952–1954, Vorfabrizierte Fertigteile

Nach der Befreiung Österreichs im Frühjahr 1945 und der Besetzung durch die vier Siegermächte Großbritannien, Frankreich, USA und Sowjetunion wurde Wien zu einem zentralen Schauplatz des Kalten Krieges. Der Wettstreit der Systeme wurde auch auf dem Feld der Architektur ausgetragen. Die Ausstellung „Kalter Krieg und Architektur“ zeigt das Baugeschehen im Nachkriegs-Österreich sowie dessen AkteurInnen und Debatten erstmals im Kontext des globalen Ost-West-Konflikts.

Während der zehnjährigen Besatzungszeit fand in Österreich der Übergang von einem autoritären Herrschaftssystem zu einer demokratischen Konsumgesellschaft statt. Erstmals wird gezeigt „wie maßgeblich die Kulturarbeit der Alliierten die österreichische Nachkriegsarchitektur beeinflusste“, so Monika Platzer, Kuratorin der Ausstellung.

Jede der vier Siegermächte etablierte ein umfangreiches Kulturprogramm. Architekturausstellungen und Messepräsentationen spielten dabei eine wichtige Rolle und brachten ideologisch aufgeladene Vorbilder nach Wien, von raumplanerischen Konzepten bis zu Küchenmodellen, von Hochhäusern bis zu Gartenstädten, von neuesten industriellen Fertigungstechniken bis zu Wohn- und Lebensstilen.

In der Ausstellung „Kalter Krieg und Architektur“ wird klar: In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war Wien keine graue, vom internationalen Leben abgeschnittene Stadt. Ganz im Gegenteil: Die lokale Architekturszene konnte Le Corbusier live erleben, die Londoner Stadterweiterungspläne mitverfolgen und das „Zimmer für Stalin“ besichtigen. Der Kalte Krieg verhalf Österreich zu einer gesellschafts- und kulturpolitischen Internationalisierung, stets unter dem Vorzeichen, dass die Kulturpolitik der Briten, Amerikaner, Franzosen und Sowjets als Katalysator für ihre jeweilige weltanschauliche Gesinnung diente. Ihre kulturellen „Erziehungsmaßnahmen“ richteten sich an unterschiedliche Zielgruppen, von der Fachöffentlichkeit bis zur breiten Bevölkerung. Dabei stießen sie auf lokale Traditionen, Interessen und Netzwerke, welche die Konflikte des Kalten Krieges für ihr eigenes professionelles Fortkommen nutzten. „Die Ausstellung verändert den Blick auf die österreichische und die globale Architekturgeschichte“, resümiert die Direktorin des Architekturzentrum Wien Angelika Fitz.

In vier Zonen gegliedert, geht die Ausstellung „Kalter Krieg und Architektur“ der kulturellen Selbstdarstellung der Alliierten und ihren Einflüssen auf die österreichische Architektur nach. Der Kampf der Systeme nach dem Zweiten Weltkrieg war allumfassend und setzte sich im kulturellen Wettrüsten zweier transnationaler Netzwerke der Moderne, der CIAM- Austria und der Internationalen Hochschulwochen (heute Europäisches Forum Alpbach) fort. Viele Fotografien, Pläne, Filme und Originalzeichnungen werden in der Ausstellung erstmals gezeigt, darunter zahlreiche Materialien aus der Sammlung des Architekturzentrum Wien. In der transnationalen Zusammenschau ergeben sie ein Sittenbild der Nachkriegsmoderne. Ergänzt wird die umfassende Schau durch eine Zeitleiste mit den globalen Ereignissen des Kalten Krieges.

Der Kalte Krieg endete nicht mit dem Abzug der Alliierten 1955. Das neutrale Österreich blieb weiterhin Schauplatz des Politdialogs zwischen Ost und West. Zu den Begleiterscheinungen einer zunehmend aktiveren österreichischen Außenpolitik unter Bruno Kreisky (Außenminister 1959–1966) zählen die Architekturexporte in Richtung Südostasien und Naher Osten. Sie werden in der Ausstellung in einem Ausblick beleuchtet.

Ausstellung im Architekturzentrum Wien noch bis zum 24. Februar 2020

www.azw.at