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Vor Anker am Kuchelauer Hafen

Wohnen direkt am Wasser, mit Blick über die Donau von jeder Wohnung aus

Ruhig fließt die Donau vorbei, einige Ruderboote gleiten über das Wasser, dahinter freie Sicht... mehr

Ruhig fließt die Donau vorbei, einige Ruderboote gleiten über das Wasser, dahinter freie Sicht bis zum Horizont. Am Kuchelauer Hafenbecken hat sich dieses Szenario durch die Auflassung der 1939 gebauten Tegetthoffkaserne realisiert. Das Gelände war 2012 wie zahlreiche andere Kasernen verkauft worden und zur Umwandlung in Baugrund freigegeben. Eine Besonderheit gibt es allerdings: Hier in Döbling lag die letzte verbliebene Kaserne mit Schiffsanlegestelle. Grund genug, die Ufersituation in die Bebauung mit einzubeziehen. So zumindest haben es die Architekten von Blaich und Delugan gesehen, die auf dem stromaufwärts Richtung Klosterneuburg gelegenen Bauabschnitt für das Österreichische Siedlungswerk und die Gesellschaft für Stadtentwicklung und Stadterneuerung gebaut haben.

Die Qualität des Geländes sollte sich auch in der Bebauung widerspiegeln. Blickbezüge auf das Wasser gibt es daher von allen Wohnungen aus. Die drei gleichen Baukörper am Ufer sind dazu leicht zueinander verschoben und gedreht. Somit erhalten auch die etwas höher gelegenen Wohneinheiten im straßenseitigen Gebäudeteil Blick auf das Wasser. Auf einer Länge von 115 m knickt der viergeschossige Riegel mehrmals ab und ist durch die dunklere Fassadenverkleidung der vier Stiegenhäuser elegant gegliedert. Er bietet passiven Schallschutz für das gesamte Gelände, das sich zwischen Wasser und Schnellstraße mit dahinterliegender Bahnlinie erstreckt. Durch die etwas von der Straße abgerückte Positionierung dieses Baukörpers erhalten die Erdgeschosswohnungen Vorgärten, die durch eine Ummauerung als private Wohnhöfe genutzt werden können. Innerhalb des Areals gliedern Hecken das Gelände in private und öffentliche Bereiche. Dazwischen liegen grüne Freiflächen und Wege. Bei der Positionierung der vier Gebäudeteile mit ihren unterschiedlich großen Wohneinheiten haben die Architekten auch den Sonnenverlauf berücksichtigt, um so möglichst viel Helligkeit in alle Wohnräume zu bringen.

Die Besonderheiten dieser Lage brachten auch einige Besonderheiten beim Bau mit sich. Die Bauzeit musste während der Laichzeit geschützter Fische unterbrochen werden, ein Rettungsboot während der Bauarbeiten in ständiger Bereitschaft stehen und das Gelände in dem hochwassergefährdeten Gebiet erheblich verändert werden. Neben Hochwasserschutzmaßnahmen brachte auch der stark schwankende Grundwasserpegel seine Herausforderungen für die Architekten mit sich. So musste die Garage wesentlich schwerer gebaut werden, als dies statisch erforderlich gewesen wäre, um dem Auftrieb bei hohem Grundwasserstand entgegenzuwirken. Denn selbst wenn die Häuser wie Schiffe an der ehemaligen Anlegestelle liegen, zum Wegschwimmen sind sie nicht vorgesehen.

www.blaichdelugan.com

Fotos:

Hertha Hurnaus
www.hurnaus.com


(Erschienen in CUBE Wien 02|19)

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