Architektur
Artikel
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Themen
Interior
Artikel
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Themen
Garten
Artikel
Themen
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen
Spezial
Artikel
Kategorie
Sie können noch Themenbereiche dazu wählen

Neue alte Geschichte

Hinter einer Gründerzeitfassade fand schon vieles statt, jetzt wieder Wohnen

Die Gründerzeitbauten Wiens haben viel gesehen, könnten viel erzählen. Beispielsweise die im... mehr

Die Gründerzeitbauten Wiens haben viel gesehen, könnten viel erzählen. Beispielsweise die im ehemaligen Fetzenviertel in der Inneren Stadt, benannt nach der hier einst beheimateten Textilindustrie. Längst sind die Spinnereien verschwunden, geblieben sind die Gebäude. So auch das Eckhaus, das einst die Harlander Baumwollspinnerei und Zwirnfabrik als Produktions- und Wohnstätte errichtet hatte. Zwischenzeitlich als Post- und Telegrafenamt genutzt, ist es heute wieder Wohnhaus – ohne Textilindustrie, dafür mit luxuriösem Interieur.

Straßenseitig wurde die stadtbildprägende Fassade erhalten. Zum Hinterhof öffnen sich die Wohnungen mit großzügigen Fensterflächen und die Balkone schieben sich in den freien Raum. Für die fünf zusätzlichen Wohnungen unter dem Dach haben sich die gemeinsam für die erneute Umnutzung verantwortlichen Architekturbüros feld72 und Schenker Salvi Weber etwas Besonderes ausgedacht. Sie senkten die Decke über dem vierten Obergeschoss ab, sodass ein fünftes Vollgeschoss möglich wurde. Ganz ohne einen Aufbau, der die Ansicht stören würde, und ganz ohne Dachschrägen. Von den neu entstandenen Terrassen gibt es nun auch im fünften Obergeschoss jede Menge Aussicht über die Stadt.

Mit 6 m Deckenhöhe in den Turmzimmern der beiden neuen Penthouses im sechsten Obergeschoss fällt es fast schwer, sich zwischen dem Blick in die kathedralengleiche Höhe des Raums und dem Panorama vor den Fenstern zu entscheiden. Wenngleich diese sieben neuen Wohnungen noch ein wenig exklusiver sind, mangelt es auch den anderen 18 nicht an Luxus. Eichenparkett, Stuck an den Decken und klassische Flügeltüren erinnern an die Bauzeit des Hauses, indes sprechen Details wie die Armaturen aus österreichischen Manufakturen oder elektrisch steuerbare Jalousien eine moderne Sprache. Gleichwohl gibt es immer wieder Reminiszenzen an das Alte. Selbst im klassisch luxuriösen Eingangsbereich mit seinem schwarzen Naturstein, der ausladenden Treppe und den Oberlichtern findet sich ein Waschbecken, eine Bassena, wie sie früher in jedem Zinshaus zu finden war. Und wer weiß, vielleicht treffen sich ja heute wieder die Nachbarn hier, um über dies und das zu sprechen. Ganz unbeeindruckt vom Luxus um sie herum.

www.feld72.at
www.schenkersalviweber.com

Fotos:

Lukas Schaller
www.lukasschaller.at

(Erschienen in CUBE Wien 03|21)

NEUES AUS DEN
CUBE-REGIONEN
Wir informieren Sie regelmäßig über interessante Projekte aus neun Metropolregionen
(Sie bekommen eine E-Mail mit einem Bestätigungslink)