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Natürlich in Grau und Schwarz

Ehrlich zeigt sich die Materialwahl in den Oberflächen aus Holz und Beton

Ein Holzschuppen zum Wohnen ist es nicht, wenngleich das Wohnhaus stilistisch genau diese... mehr

Ein Holzschuppen zum Wohnen ist es nicht, wenngleich das Wohnhaus stilistisch genau diese ortstypischen landwirtschaftlichen Nutzgebäude interpretiert. Langgestreckt liegt das eingeschossige Gebäude am Hügel, kragt nach Südwesten sogar darüber hinaus. Die Fundamentplatte scheint auf dem letzten Stück ihrer rund 20 m Länge geradezu zu schweben. Form und Holz als vorwiegend genutztes Baumaterial stellen die Verbindung des Hauses zu den traditionellen Bauten her. Mit der durchlässigen Lattung der vorgelagerten Terrasse verweist das Büro 24gramm Architektur konkret auf die alten Scheunen, wenn das Sonnenlicht sein Schattenspiel auf den darunterliegenden Boden malt. Und auch die Verschattung der 20 m² großen Loggia gen Süden über längs laufende Latten erinnert an die ortstypischen Scheunen.

Weit zieht sich die Loggia unter das Dach zurück, scheint einen Großteil des Gebäudes einzunehmen. Ein Spiel mit dem Auge des Betrachters. Denn durch das schwarze Seidenholz, das wie bei der japanischen Shou Sugi Ban-Methode über ein gezieltes Verkohlen der Oberfläche entsteht, wirkt der Raum größer. An allen zurückspringenden Gebäudeteilen wurde Seidenholz verwendet, um eben diesen Eindruck der Tiefe zu erzielen. Und um der unterschiedlichen Verwitterung des Naturmaterials Holz entgegenzuwirken. Denn verkohltes Holz ist nicht nur vor Schädlingen geschützt, seine seidige Optik trotzt Wind und Wetter. Anders die naturbelassene Lattung der vorgehängten Fassade des Hauses, die selbst das Satteldach überzieht und die Entwässerungsrohre verbirgt. Sie wird mit den Jahren eine silbergraue Färbung annehmen.

Das Baumaterial Holz bleibt auch im Innenraum sichtbar. Zu Wänden und Decke aus Weißtanne kontrastiert Sichtestrich und eine L-förmige Sichtbetonwand. Weiß gestrichen sind hier lediglich die nichttragenden Wände. Ansonsten haben die Architekten neben den beiden konstruktiven Baumaterialien vor allem auf Glas gesetzt. Die Bäder wirken durch die bis unter das Dach laufenden Glaswände größer, als sie tatsächlich sind. Schwarz und Weiß geben hier den Ton an – in Form von Schiefer für den Boden und kleinformatigen Fliesen an den Wänden. Die Großzügigkeit der bis unter den First offenen Räume verleiht dem Hauptwohnraum gar einen loftartigen Charakter. Damit rückt das Haus mit seinen passgenauen, reduzierten Einbauten von seinem Vorbild des Holzschuppens scheinbar ab. Doch eben nur scheinbar. Denn wenn nicht ohnehin schon die schlichten Materialien genau die Verbindung betonen, ist diese doch spätestens spürbar, wenn der massive Stahlofen seine Wärme im gesamten Wohnraum verbreitet.

www.24gramm.com

(Erschienen in CUBE Wien 04|20)

Architekten: 24gramm Architektur www.24gramm.com Zimmerei: Holzbau Unfried... mehr

Architekten:

24gramm Architektur
www.24gramm.com

Zimmerei:

Holzbau Unfried
www.holzbau-unfried.at

Möbeltischler:

Möbelbau Sulzer
www.moebelbau-sulzer.at

Fenster:

Katzbeck
www.katzbeck.at

Installationen:

Gugerell + Idrizi
www.gugerell-idrizi.at

Fliesenleger:

Fliesen Serbus
www.fliesen-serbus.at

Seidenholz:

Lavisio
www.lavisio.at

Fotos:

Martin Weiß/pool2b.net
www.pool2b.net

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