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Gärten, Pflanzen, Ausblicke

Es darf ein bisschen mehr sein als Pflege

Nirgendwo ist es so schön wie zu Hause. Wenn aus Alters- oder Krankheitsgründen der Weg ins... mehr
Nirgendwo ist es so schön wie zu Hause. Wenn aus Alters- oder Krankheitsgründen der Weg ins Pflegeheim unumgänglich ist, sollte als erstes die bestmögliche Pflege gewährleistet werden. Direkt danach ist oft der Wunsch nach einer angenehmen, hellen Umgebung - vorzugsweise auch mit Garten - zu hören. Moderate Wünsche. Wie wichtig eine hilfsbereite und freundliche Atmosphäre in einer „grünen“ Umgebung ist, weiß das Pflegewohnhaus in Wien Liesing. In einer großen Parkanlage liegt das Wasserschloss Liesing aus dem 13. Jahrhundert, das seit Mitte des 19. Jahrhunderts als Pflegeheim genutzt wird. Im Zuge des Wiener Geriatriekonzepts von 2007 waren große Umstrukturierungen notwendig, die auch einen Neubau erforderlich machten. Die positive Wirkung der Parkanlage auf die zum Teil kranken und pflegebedürftigen Senioren sollte hierbei auf das neue Pflegewohnhaus übertragen werden.

Das rechteckige Grundstück konnte mit altem Baumbestand punkten, der wie ein Band den mittleren Bereich für sich in Anspruch nahm. Was blieb den Architekten des Neubaus Riepl Kaufmann Bammer Architektur anderes übrig, als um die bestehenden Bäume herum zu bauen. Damit ergaben sich prächtige Areale für die Gestaltung der Grünflächen. Bei diesem Auftrag hieß es, nicht nur den Bauherren zu beglücken, sondern in erster Linie die Bedürfnisse der Bewohner des Pflegeheims zu berücksichtigen: Das Büro 3:0 Landschaftsarchitektur aus Wien hat mit Leidenschaft, ohne viel aufwändige Ziererei, seinen Beitrag geleistet. Aus der Gebäudeform ergaben sich drei Innenhöfe, die unterschiedlichen Konzepten folgen. Einen Innenhof nutzen die Bewohner als physiotherapeutische Übungsfläche.

Unterschiedliche Flächen aus Ortbeton mit Besenstrich liegen im Gelände und werden mittels Rampen und Übungstreppen miteinander verbunden. Der mittlere Innenhof ist ein Garteneldorado, in dem in rechteckigen Pflanzenbeeten Felsenbirnen, Winterschneebälle und Dirndlsträucher wachsen. Im dritten Innenhof wird das Auge mit besonderen Schnitttechniken der Pflanzen verwöhnt. Eiben, Buchsbäume und Stechpalmen sind kugelförmig zugeschnitten. Die übrige Fläche am Rand des Grundstücks ist mit hellem kunstharzgebundenen Kies ausgelegt. Dazwischen befinden sich ein Pflanzenbeet mit Rosen und Stauden sowie ein Sandfeld für Boccia-Stunden mit Freunden und Verwandten. Die gewisse Privatsphäre schafft an dieser Stelle die rundumlaufende Hecke, die zusätzlich noch als Windschutz dient.

Das Pflegewohnhaus bekam 2013 den Bauherrenpreis der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs. Die Jury war von der Atmosphäre in Haus und Garten, der Orientierung der Zimmer zu den grünen Höfen und der Erreichbarkeit der Loggien für die BewohnerInnen sehr angetan. Für die BewohnerInnen ist es hoffentlich ein bisschen wie zu Hause.

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