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Neues bezieht sich auf Altes und fügt sich modern harmonisch ein

Eine Stadt verändert sich, permanent. Altes bleibt bestehen, wird überformt, Neues kommt hinzu.... mehr

Eine Stadt verändert sich, permanent. Altes bleibt bestehen, wird überformt, Neues kommt hinzu. Gerade in gewachsenen Grätzeln bedarf es Fingerspitzengefühl, um gewachsenen Strukturen respektvoll zu begegnen und die Vielseitigkeit beim Hinzufügen zu vergrößern. Am Schützplatz in Penzing bewies das Büro Malek Herbst Architekten diese Feinfühligkeit, als auf dem Gelände dreier unterschiedlicher Gebäude ein Ensemble entstand. Der Freiraum einer früher hier ansässigen Autowerkstatt findet sich in der Grundstruktur heute ebenso wieder wie die unterschiedlichen Höhen und Fassadengestaltungen der flankierenden Gebäude aus der Gründerzeit und den 1930er-Jahren. Nur eben modern interpretiert.

Das neue Ensemble nimmt die Heterogenität des Viertels auf und fügt der traditionellen Blockrandbebauung eine neue Variante hinzu. Unterschiedliche Putzstrukturen, Höhensprünge und verschieden große Fassadenöffnungen machen die Umrisse der drei ehemaligen Gebäude nachvollziehbar. Drei Eingänge betonen diesen Bezug zusätzlich. Das Neue grenzt sich hier nicht ab, sondern drängt in den Außenraum. Der Bezug zur urbanen Umgebung wird mit ganz unterschiedlichen Mitteln herbeigeführt. Großformatige Fenster gehören ebenso dazu wie Fenster mit breiten Brüstungen, die sich ideal als Sitzfenster nutzen lassen. Variabel lässt sich die Begrenztheit des Innenraums durch faltbare Fenster mal mehr, mal weniger aufheben.

Überdies verfügt jede der 62 Eigentumswohnungen inklusive der elf Penthouseeinheiten über einen privaten Außenraum, sei es in Form einer Terrasse, eines Gartens oder eines Balkons. Der Gestaltung liegt hier die Erkenntnis zugrunde, dass eine hochwertige Ausstattung der Wohnräume nur ein Puzzlestein ist, um sich an einem Ort wohlzufühlen. Mit hellen Wohnräumen, großen Fenstern und viel Holz hat die Architektur ihren Beitrag dazu geleistet. Sie geht hier aber darüber hinaus, schafft den direkten Bezug zum öffentlichen Raum und stellt so eine Wechselbeziehung her. Ein Angebot an die Bewohner:innen, das urbane Umfeld zu nutzen, zu gestalten und mit Leben zu füllen. Der Wohnraum erweitert sich damit über die Grenzen des eigentlichen Gebäudes hinaus.

www.malekherbst.com

Fotos:

Lukas Schaller

(Erschienen in CUBE Wien 03|22)