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Ein Liebhaber-Projekt

Die Wiederentdeckung eines alten Wirtschaftsgebäudes im Wienerwald

„Schau mal!“, ruft man unweigerlich, wenn man den kleinen „Schupfen“ im Schatten des... mehr

„Schau mal!“, ruft man unweigerlich, wenn man den kleinen „Schupfen“ im Schatten des Wienerwald-Mansardenhauses entdeckt. Zwei Feinheiten springen direkt ins Auge: Das viele Moos auf dem Dach, das auf langjährigen Bestand schließen lässt und der vollverglaste Giebel, der wiederum auf Aktualität und eine Nutzungsänderung hindeutet. Das Architektenteam des Wiener Büros sue architekten klärt auf: „Der schwarze ‚Schupfen‘ könnte in der Tat so einiges erzählen; er stammt aus dem Jahr 1934. Im Laufe der letzten Jahrzehnte verwitterte er immer mehr, es zog durch Schlitze und der Holzwurm bahnte sich wohl auch seinen Weg durchs Holz. Als wir dann erfuhren, dass der alte Schuppen abgerissen werden sollte, konnten wir gar nicht anders als den Vorschlag zu machen, das kleine Gebäude radikal, aber respektvoll zu renovieren.“

Das hat sich gelohnt. Insbesondere auch dahingehend, dass dem Schuppen eine neue Wertschätzung entgegengebracht wird. Ein Blick zurück in die 1930er-Jahre erinnert an die Zeiten, in denen sich nicht jeder Keller oder gar Garage leisten konnte, so dass Schuppen gezimmert wurden, in denen Holz lagerte, Hasen gezüchtet wurden oder Wäsche ausgekocht und getrocknet wurde. In den letzten Jahren verloren diese Art der Wirtschaftsgebäude bekanntlich ihren Sinn und fielen buchstäblich in sich zusammen. „Schade, wenn man bedenkt, dass Schuppen, die zu kleinen gemütlichen ‚Sheds‘ ausgebaut werden, als magische und erschwingliche Rückzugsorte für die Familie oder ihre Gäste dienen können“, bemerken die Architekten.

Mehr respektvoll als radikal wurde der schwarze „Schupfen“ an die heutige Zeit angepasst. Während der untere Bereich weiterhin für Gartengeräte, Rasenmäher und Obststeigen genutzt wird, wurde der Dachstuhl behutsam gedämmt und die Innenwände mit grau lasiertem Fichtenholz verkleidet; auf der einen Giebelseite des Dachbodens wurde vollflächiges Glas eingesetzt, während auf der anderen Seite eine gepolsterte, erhöhte und passgenaue Schlafstätte eingebaut wurde; gelüftet wird der Dachboden über ein bereits bestehendes Fenster und kleine Lüftungsluken – fertig ist der Raum und kann somit als abenteuerliches Gästezimmer dienen. Nur die Falltür aus edlem Messing sollte man noch zufallen lassen. In den Abendstunden wird das Messing ins rechte Licht gesetzt und trägt zu einer gemütlichen Atmosphäre bei. „Selbst im eiskalten Winter – dann dient das unbeheizte Refugium zum Ausdampfen nach dem Saunagang“, so das anschauliche Schlusswort.

www.sue-architekten.at

Architekten: Sue Architekten www.sue-architekten.at Fotos: Andreas Buchberger mehr

Architekten:

Sue Architekten
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Fotos:

Andreas Buchberger