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Ein Stück Schweizer Designgeschichte

Mit Know-how und Geschick entstehen in Glarus Holzmöbel in höchster Qualität

Eingebettet in die Glarner Alpen liegt die älteste Tisch- und Stuhlmanufaktur der Schweiz. 1880... mehr

Eingebettet in die Glarner Alpen liegt die älteste Tisch- und Stuhlmanufaktur der Schweiz. 1880 in Horgen gegründet, wurde der Werkstandort 1902 nach Glarus verlegt. Heute verbinden hier 38 Fachleute traditionelles Handwerk und modernste, zum Teil CNC-gesteuerte Technik. Die Kollektion umfasst Arbeiten von namhaften Architekten und Gestaltern wie Werner Max Moser, Hans Bellmann, Hannes Wettstein oder Daniel Hunziker, der 2014 die Neuauflage von Jürg Ballys stufenlos höhenverstellbarem ess.tee.tisch aus den 1950er-Jahren konstruktiv begleitete. Derzeit recherchiert man bei Horgenglarus in den Archiven, wann eigentlich genau der Stuhl 1-380 entstand. Geschäftsführer Marco Wenger vermutet: „Es muss um 1920 gewesen sein.“ Seitdem ist er kontinuierlich und in unveränderter Form in Produktion. 1999 hat man lediglich die Abmessungen sanft angepasst und ihm den Namen Classic gegeben. In Schulen, Restaurants und Privatwohnungen auf der ganzen Welt begegnen wir der Designikone. Letztes Jahr bekam sie noch einen großen Bruder, den Barhocker 11-380. Ursprünglich als Wirts­hausstuhl entworfen, besticht der Classic durch einfache solide Konstruktion, zeitlose schlichte Form und hohen Sitzkomfort, typisch für Horgenglarus. Er besteht aus den Beinen, der Sitzzarge, der Rückenlehne – alles Massivholz – und der ergonomisch geformten Sperrholzsitzplatte. Dazu kommen noch vier Schrauben und etwas Leim. „Das Herz von Horgenglarus ist das Holzbiegen“, sagt der Firmenchef stolz. Die Anlage ist von 1948. Hier werden die massiven Teile so lange mit 100 Prozent Luftfeuchtigkeit bedampft, bis sie sich in der Biegemaschine gut verformen lassen. Weil die Jahresringe des Holzes nicht angeschnitten werden, bleibt seine natürliche Stabilität erhalten. Nach einer Woche Trockenzeit wird verleimt und gefräst. Clou bei der Montage: Zwei Schrauben, statt Leim, halten die Verbindung der hinteren Beine mit der Sitzzarge. „Dadurch und durch das gebogene Holz erreichen wir Langlebigkeit auf ganzer Linie“, so Marco Wenger. „Jederzeit demontierbar, kann man den Stuhl bei Bedarf auch überarbeiten und im Anschluss wieder zusammensetzen. Unsere Möbel sollen ja mehreren Generationen Freude bereiten.“ Das Schleifen erfolgt von Hand. Die Holzmaserung bleibt durch die darauffolgende Lackierung hindurch erkennbar. Auf Wunsch sind die Oberflächen nur geölt oder geseift. Sämtliche Stühle der Kollektion können ab Stückzahl eins aus verschiedenen Hölzern – viele kommen aus der Schweiz und alle sind aus nachhaltiger Forstwirtschaft – und in fast jedem Farbton hergestellt werden. Auch komplette Sonderanfertigungen, wie die Bestuhlung des berühmten Hildesheimer Mariendomes, sind möglich. Und wenn Marco Wengers Vermutung sich bestätigt, gratulieren wir dem Classic nächstes Jahr zum 100. Geburtstag!

www.horgenglarus.ch

(Erschienen im CUBE Magazin 03|19)

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