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Parkhausarchitektur

Stuttgart – Je zentrumsferner, desto schöner die Parkgebäude

Die Region Stuttgart ist mit ca. 1.500 ansässigen kleinen und mittelgroßen Unternehmen eines der... mehr
Die Region Stuttgart ist mit ca. 1.500 ansässigen kleinen und mittelgroßen Unternehmen eines der Zentren des deutschen Mittelstandes und zählt zu den einkommensstärksten und wirtschaftlich bedeutendsten Deutschlands. Zunehmende Pendler- und Besucherströme sowie die positive wirtschaftliche Entwicklung haben in den letzten Jahrzehnten zu einer starken Erhöhung der Verkehrsmenge geführt. Die Infrastruktur der Stadt und ihres Umfelds ist jedoch auch aufgrund der topografischen Gegebenheiten kaum zu erweitern. Immer mehr Verkehrsteilnehmer müssen sich die begrenzten zur Verfügung stehenden Verkehrsflächen teilen. Die Folgen: Staus auf den Hauptstraßen oder überfüllte Parkhäuser. Die Stadt liegt im Übrigen auf Platz eins der staureichsten Ballungsräume in Deutschland. Trotz der höchsten Verkehrsbelastung hat Stuttgart kaum Möglichkeiten zur Ortsumgehung und keinen eigenen Autobahnring wie zahlreiche andere Städte, sodass zum intensiven lokalen Verkehr ein extremer Durchgangsverkehr den Stadtkern belastet. Dieses überhöhte Verkehrsaufkommen bringt eine starke Beanspruchung der Luftqualität mit sich, was bereits mehrfach zu Feinstaubalarm und aktuell sogar zum Verbot einiger Dieselklassen führte. Diese Probleme möchte die seit 2006 eigens dafür gegründete integrierte Verkehrsleitzentrale lösen. Sie verfolgt ein verkehrsträgerübergreifendes Verkehrsmanagement, denn durch eine abgestimmte Kombination von Verkehrslenkung, Kapazitätsmanagement und Verkehrsinformationen sollen Verkehre gesteuert und eine optimale Verkehrsmittelwahl ermöglicht, aber auch frei nutzbare Stellflächen angezeigt werden. Ändern können sie allerdings nicht das Stadtbild, welches durch viele Anhöhen, Täler sowie einer dichten urbanen Bebauung mit viel Nachkriegsarchitektur geprägt ist. Insbesondere bei Letzterem leidet das innerstädtische Bild durch lieblose Parkhausgestaltung deutlich. Doch je weiter man sich vom Stadtkern entfernt, desto umfangreicher stehen Parkflächen zur Verfügung und umso mehr eröffnet sich eine kreative, funktionale und technisch innovative Parkgebäudekultur, die sich keineswegs hinter Parkhäusern, wie das von Herzog & de Meuron in Miami, verstecken muss. Ein gutes Beispiel ist das Mercedes-Benz-Museum mit integriertem Parkhaus. Nicht nur die prägende Architektur des Baus, sondern bald auch ein neues Parksystem soll den innovativen Charakter des Hauses ergänzen. Parken ohne Fahrer ist der Schlüssel – gelenkt wird das Fahrzeug dabei nicht vom Autocomputer, sondern von den Überwachungssystemen der Parkanlage. Unter dem Namen Automated Valet Parking startet ab 2018 die erste Testphase. Fahrer brauchen sich nur in eine dafür ausgewiesene Abholzone stellen und mittels einer App den Wagen ordern. Der Nachteil: Das klappt nur, wenn es ein aktuelles Modell von Mercedes ist, das mit der nötigen Technik um- und ausgerüstet wurde.
Zahlen & Fakten - PKW insgesamt: 297.095 (12/2016) - Einwohner Stadtgebiet: 609.219... mehr

Zahlen & Fakten

- PKW insgesamt: 297.095 (12/2016)
- Einwohner Stadtgebiet: 609.219 (12/2016)
- TG-/Parkhäuser mit und ohne Anbindung an das Parkleitsystem: 66 mit ca. 22.600 (Innenstadt + Umkreis 5 km)
- P + R: ca. 110 Anlagen mit rund 17.000 Stellplätzen
- Anwohnerparkzonen: 31
- Parkraummanagement seit 2011
- Parkleitsystem seit Mitte der 1980er-Jahre konzipiert, Ende gleichen Jahrzehnts in Betrieb genommen