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Mehr als Kosmetik

Ein 80 Jahre altes Haus mit neuem Innenleben

Häuser aus den 30er Jahren sind solide gebaut und weisen einen vernünftigen Grundriss vor. Doch... mehr

Häuser aus den 30er Jahren sind solide gebaut und weisen einen vernünftigen Grundriss vor. Doch oft passt das damalige Raumprogramm nicht mehr mit den heutigen Vorstellungen hinsichtlich Wohnkomfort und Raumgestaltung zusammen. Das dachte auch ein Ehepaar, als sie solch ein Haus im Jahr 2002 in der Nähe von Stuttgart erworben haben. Zehn Jahre genossen sie das Leben im 1. Obergeschoss und im Dachraum, bevor peu à peu die Familie wuchs und damit auch der Wunsch nach mehr Platz, nach sinnvollen Räumlichkeiten und nach etwas Neuem. Dafür sollte das bis dato vermietete Erdgeschoss hinzugenommen werden. Die kleinteilige Aufteilung konnte nun bald der Vergangenheit angehören. Doch damit nicht genug. Schnell stand zudem fest: Das gesamte Haus sollte kernsaniert, Sanitär- und Heizleitung erneuert und im Obergeschoss zusätzlich eine Fußbodenheizung eingebaut werden. Mit der Planung, dem Umbau und der Modernisierung wurde das Stuttgarter Büro holzerarchitekten beauftragt.

Die traditionelle Form des kompakten Hauses mit seinem Giebeldach behielten die Architekten bei. Der einzige architektonische Eingriff in die Fassade reduziert sich auf ein Fensterband im Obergeschoss, dem zwei Einzelfenster weichen mussten. Das neue Panoramafenster verschafft dem rund 80 Jahre alten Haus einen Hauch von Modernität, ohne die alten Gemäuer zu verunstalten. Ursprünglich wurde das Haus als Zweifamilienhaus mit zwei identischen Wohnungen mit Holzbalkendecken und massiven Wänden errichtet. Im Norden lag das Schlafzimmer und die Küche, im Süden das Wohnzimmer und Esszimmer, zwischen alledem das Bad. Wem ist das nicht bekannt? Die Architekten planten zuerst eine neue Raumaufteilung. Die vorhandenen, zweckmäßigen Aufteilungen waren per se ja nicht schlecht, das wussten auch Architekt und Bauherr. Um den heutigen Ansprüchen der jungen Familie gerecht zu werden, hielten sich daher die baulichen Eingriffe im Erdgeschoss in Grenzen. Der Eingangsbereich wurde vergrößert und das Bad zum größeren Duschbad umfunktioniert. Die Eingriffe im Obergeschoss, dem neuen Wohn-, Ess- und Kochbereich, waren da schon erheblich größer. Die tragende Trennwand der beiden Zimmer im Süden wurde entfernt und durch einen anthrazitfarbenen Stahlträger mit Stütze ersetzt. An zentraler Position ist nun der Wohn- und Essbereich platziert. Im ehemaligen Schlafzimmer wurden ebenfalls Teile der Wände entfernt und das Zimmer zur Küche umfunktioniert – mit dem Effekt, dass man einen wunderbaren Durchblick sowohl in den privaten Garten nach Norden als auch zur öffentlichen Seite nach Süden erhält. An der Stelle, an der kein Durchblick möglich war, gibt es den Ausblick auf den Mont Blanc. Statt weißer Wand, die Wohnbereich und Küche verbindet, entstand die Idee, ein großformatiges Foto als Wandverkleidung zu nehmen. Eine persönliche Erinnerung: Den Ausblick fotografierte der Bauherr morgens um fünf Uhr auf einer Bergtour.

Das moderne Erscheinungsbild wird durch die Material- und Farbauswahl fortgesetzt. Die Räume werden bestimmt durch einen durchgehenden sizilianischen Lavaboden und zurückhaltenden weißen Wandoberflächen, die mit einem Marmorspachtelputz veredelt wurden. Die Ziele von Architekt und Bauherr wurden erreicht: Der Charakter der 30er Jahre blieb erhalten, die Eingriffe korrespondieren mit dem Bestand und der Wohn-, Ess- und Kochbereich bilden eine Einheit – ein höchst individueller Umbau, der neue Wohn- und Lebensräume geschaffen hat.

www.holzerarchitekten.de

Innenarchitekten: holzerarchitekten www.holzerarchitekten.de Fotos: Andrea Nuding... mehr

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Fotos:

Andrea Nuding
www.andreanudingfotografie.com