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Das Gerber-Viertel

Urbane Vielfalt

Im südlichen Teil der Stuttgarter Innenstadt hoffen die Stadtplaner mit dem neuen Einkaufszentrum... mehr
Im südlichen Teil der Stuttgarter Innenstadt hoffen die Stadtplaner mit dem neuen Einkaufszentrum auf eine weitere Belebung des Gerberviertels. Drei von den vier Straßen, die das Karree umgeben, sind relativ enge Straßen. Nur die Paulinenstraße ist eine breite Durchfahrtsstraße. Alle vier angrenzenden Straßen wurden von der Stadt neu gestaltet. Dabei wurde die Tübinger Straße im Projekt „Shared Space“ 2012 so umgestaltet, dass sie von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern gleichzeitig benutzt werden kann.

Die Baustelle fiel zeitlich mit zwei anderen großen Projekten in unmittelbarer Nähe zusammen: dem Gewerbe- und Wohngebäudekomplex Caleido und dem Erweiterungsbau der WGV-Versicherungen. Auf einem rund 14.000 m2 großen Grundstück befinden sich inzwischen 45.000 m² gebaute Gewerbeflächen, die 86 Läden und Lokalen Platz bieten. Außerdem werden 90 Wohnungen auf insgesamt 9.000 m² Wohnfläche geschaffen.

Während die Mall am 23. September 2014 eröffnet wurde, sollen die Wohnungen bis zum Frühjahr 2015 bezugsfertig sein. Die Württembergische Lebensversicherung ist als Bauherr tätig, für die Architektur ist das Berliner Architekturbüro Bernd Albers verantwortlich. Auf Basis des gewonnenen Wettbewerbs 2008 wurde dann mit EPA-Architekten aus Stuttgart eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, die das Projekt vom Konzept über die Entwurfs- und Genehmigungsplanung bis hin zu den Leitdetails geplant hat.

Das ablesbare städtebauliche Ziel des Architekten war es, die Königstraße als Haupteinkaufszone nach Westen zu verlängern und in dem angrenzenden Quartier einen neuen urbanen Impuls zu setzen. Die architektonische Sprache lehnt sich an die Tradition der Bauweise der städtischen Häuser zum Ende des 19. Jahrhunderts an, die im Stuttgarter Zentrum sichtbar sind. Sehr selbstbewusst setzt sich die dreigeschossige Passage in Szene und wirkt mit ihrem einladenden Portal wie eine Erweiterung der Königsstraße.

Eine maßstabgebende Rolle in der Formgebung des Gebäudekörpers übernahm das angrenzende Haus Tübinger Straße 22. Dieses Beispiel zeigt, wie man damals den doppelgeschossigen Sockel für den Handel mit den kleinteiligen Nutzungen und den dazugehörigen Geschosshöhen zu einer Einheit verschmolzen hat. Man erkennt, wie sich dieses Thema mit Varianten von Motiven, Größen und Volumina durch das gesamte Gerber zieht. Das Material für die Fassaden in hellem Kalkstein ist den Nachbargebäuden an der Tübinger Straße sowie auch denen in Richtung Königstraße geschuldet. Im Laufe der Zeit wird man erkennen, wie die Architekten mit dieser Haus- und Stadtanlage ein neues urbanes Miteinander geschaffen haben.

www.berndalbers.com
www.epa-architekten.de
Architekten: German-Architects www.berndalbers.com EPA Architekten www.epa-architekten.de... mehr

Architekten:

German-Architects
www.berndalbers.com EPA Architekten
www.epa-architekten.de

Fotos:

Stefan Müller