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Barrierefreiheit im Denkmal

Umbau einer denkmalgeschützten Direktorenvilla zur neuen „Tübingen School of Education“

Sie verblieb als einziger Bau des 1972 abgerissenen Gebäudekomplexes des Alten Chemischen... mehr

Sie verblieb als einziger Bau des 1972 abgerissenen Gebäudekomplexes des Alten Chemischen Instituts und wurde zuletzt vom Hygiene-Institut als Laborbau genutzt: Die im Jahr 1904 im Jugendstil errichtete ehemalige Direktorenvilla. Dann sollte das historische Gebäude und geschützte Kulturdenkmal zum Institutsbau der Universität für eine neue wissenschaftliche Einrichtung umgebaut und saniert werden. Das Tübinger Büro Architekten + Partner Dannien Roller erhielt den Zuschlag für den Entwurf, die Planung, Ausschreibung und Bauleitung des Projekts mit einer Bruttogeschossfläche von 1.355 m².

Zunächst galt es, die öffentliche Einrichtung barrierefrei zugänglich zu gestalten. Dafür ergänzten die Architekten den Bestand um einen Anbau: Ein von außen zugänglicher Aufzugsturm mit erweitertem Eingangsvordach und einer verglasten Brücke über drei Etagen. Sie erinnert als Motiv an die historische Verbindung zwischen dem ehemaligen Wohnsitz der Direktoren und der Alten Chemie über eine Gebäudebrücke. Das weite Vordach verzahnt das geschlossene Gebäude mit dem öffentlichen Vorplatz. Die enge Profilierung aus Sichtbeton und die differenziert strukturierten Putzoberflächen interpretieren die angrenzenden Bauteiloberflächen des Altbestands auf moderne Art. Die ehemaligen Wohnräume fungieren nach der Sanierung als Büro- und Besprechungs- sowie Sozialräume. Dazu wurden die erforderlichen Versorgungsin­stallationen behutsam integriert. Die historischen Bauteiloberflächen sind, sofern noch vorhanden, wieder freigelegt und Fehlstellen neu interpretiert ergänzt.

Das beeindruckende Dielentreppenhaus wurde restauriert und mit einer Holz-Glaswand zu einem notwendigen Treppenraum baurechtlich umgestaltet. Verglaste Felder erhalten den räumlichen Bezug innerhalb des Treppenhauses. Das Material- und Farbkonzept der Böden, Flächen und neuen Holz-Glaswände stellt einen atmosphärischen Bezug zur historischen Wohnnutzung her und bildet einen harmonischen Übergang zu den beeindruckenden Jugendstilelementen des Dielentreppenhauses und des Eingangsportals.

Die neue wissenschaftliche Einrichtung „Tübingen School of Education“ ist als fakultätsübergreifendes Zentrum konzipiert. Die vom Bildungsministerium initiierte „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ fördert die didaktische Vermittlung von Lehrinhalten quer über alle betroffenen Fachbereiche. Der neu bezogene Standort bietet eine zentrale Lage nahe einer Reihe von Institutsgebäuden mit hohen Studierendenzahlen im Bereich der Lehramtsfächer und der dort ansässigen Fachdidaktik-Professuren. Die Jugendstilvilla wurde nach einer zweijährigen Planungs- und Umbauzeit im April 2018 an ihre neuen Nutzer übergeben.

www.dannien-roller-architekten-partner.de

Architekten: Architekten + Partner Dannien Roller www.dannien-roller-architekten-partner.de... mehr

Architekten:

Architekten + Partner Dannien Roller
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Fotos:

Dietmar Strauß
www.dietmar-strauss.de