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Die Kunst der Einfügung

Ein Stadthaus setzt einen fein abgestimmten Akzent in der Marler Altstadt

Eigentlich wollte das Bauherrenpaar auf einem ganz anderen Grundstück bauen – ihre individuellen... mehr

Eigentlich wollte das Bauherrenpaar auf einem ganz anderen Grundstück bauen – ihre individuellen Vorstellungen ließen sich aber nicht mit den Bauträgerbindungen unter einen Hut bringen. Als ihnen ein Grundstück gegenüber einer alten Kirche in der Polsumer Altstadt angetragen wurde, wussten sie sofort, mit welchem Architekten sie arbeiten würden. Ein anderes realisiertes Einfamilienhaus am selben Ort hatte ihnen den Weg zu dem Lüdinghausener Architekten Ansgar Huster gewiesen – die Chemie stimmte vom ersten Telefonat an.

Das vorher mit einer leerstehenden Gaststätte nahezu komplett bebaute Grundstück sollte – so der Wunsch der Bauherren – auf eine Weise bebaut werden, dass ein großzügiges, penthouseartiges Wohnen möglich wird. Etwa 240 m² Wohnfläche plus Doppelgarage und Abstellbereich sollten auf der kleinen Parzelle unterkommen, ohne Kellerräume.

Eine besondere Herausforderung war dabei die Nachbarbebauung: Angrenzend rechts neben dem Grundstück befindet sich ein denkmalgeschütztes Haus. Im weiteren Verlauf links wechseln sich kleinteilige Gebäudestrukturen in unterschiedlichsten Höhen ab und bringen die typische gewachsene Altstadtstruktur hervor. Huster Architekten setzten zwei gegeneinander verschobene Satteldachkuben so aneinander, dass sich das Haus harmonisch in die bestehende Häuserzeile und die gegenüberliegende Kirche einfügt, und dabei doch ein großzügig dimensioniertes, modernes Wohnen erlaubt. Das gesamte Wohnen – Wohnzimmer mit Kamin, Koch- und Essbereich – wurde deshalb komplett in das oberste Geschoss verlagert. Von hier aus wird auch eine aus der Verschiebung der Baukörper hervorgehende Dachterrasse mit Ausblick über die Stadt erreicht. Die Schlafbereiche mit Bad wurden auf die mittlere Ebene des 1. Obergeschosses gebracht. Allein das Erdgeschoss ist eine reine Funktionsebene, in dem das zentrale Entree mit der Treppenanlage, ansonsten vor allem die Abstellräume liegen.

Bei den Bezügen zum Bestand wurde darauf geachtet, dass sich die Neubauten in ihrer Maßstäblichkeit und Kleinteiligkeit in den gewachsenen Kontext einfügen. Auch die Materialität spielte dabei eine wichtige Rolle: Die Baukörper wurden als Klinkerfassade ausgeführt, in der Farbigkeit abgesetzt in hellem und dunklem Farbton. Verwendet wurden dazu westfälische Klinker, die mit der Sandsteinfassade des Kirchturms perfekt korrespondieren, ohne sie zu kopieren. Die Steine haben eine herausragende Farbigkeit und Oberfläche, die beide erst nach kompletter Durchtrocknung voll zur Geltung kommen. Noch bei der Anlieferung hatten die Klinkersteine einen starken Orangestich, der sich erst durch die Trocknung völlig auflösen ließ und die Fassade zu dem kleinen Juwel gemacht hat, das sich der Architekt gewünscht hatte. Dazu trug bei, dass die Klinkerarbeiten mit einer handwerklichen Präzision ausgeführt wurden, wie man sie sich immer wünscht, aber heute nur noch selten findet. Ästhetisch fügt sich der Bau damit harmonisch in das Stadtgefüge ein, ohne sich ihm stilistisch anzubiedern. Er behält eine durchaus dominante Eigenständigkeit und nimmt aufgrund der feinen Proportionen Zeitlosigkeit für sich in Anspruch.

www.architekt-ansgar-huster.de

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Architekt Ansgar Huster
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Ansgar Huster