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Zum Tod der Architektur-Fotografin Sigrid Neubert (1927–2018)

Vorschau: Portrait-Sigrid-Neubert-privat-um-1980-C-Archiv-Sigrid-Neubert_700

© Archiv Sigrid Neubert

Vorschau: Sigrid-Neubert-Gu-nter-Behnisch-und-Frei-Otto_Dachkonstruktion-des-Olympiastadions-Mu-nchen-1972-C-Staatliche-Museen-zu-Berlin-Kunstbibliothek-Sigrid-Neubert_700

© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek

Vorschau: Foto_Sigrid-Neubert-Walther-und-Bea-Betz_Haus-Gautier-Starnberg-1959-C-Staatliche-Museen-zu-Berlin-Kunstbibliothek_700

© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek

Vorschau: Foto_Sigrid-Neubert-und-Karl-Schwanzer_BMW-Vierzylinder-Mu-nchen-1970-73-1-C-Staatliche-Museen-zu-Berlin-Kunstbibliothek_700

© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek

Die deutschlandweit bekannte Fotografin Sigrid Neubert ist am 13. Oktober 2018 mit 91 Jahren in ihrem Alterssitz nahe Berlin gestorben. Sie zählte zu den wichtigsten Chronisten der deutschen Nachkriegsmoderne, arbeitete über 30 Jahre intensiv mit den bedeutendsten deutschen Architekturbüros und prägte wie keine andere mit ihren markanten Schwarz-Weiß-Aufnahmen das Bild der modernen Architektur in der Bundesrepublik. Über fünf Jahrzehnte arbeitete die gebürtige Tübingeren in München, wo sie als Werbefotografin tätig war und sich in den 1950er Jahren auf Architekturfotografie spezialisierte – einer reinen Männerdomäne in der damaligen Zeit.  

Von 1948–1954 erhielt Sigrid Neubert Ihre Ausbildung als Fotografin an der Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München. Bereits früh wurde ihr fotografisches Talent erkannt: 1953, noch während ihrer fotografischen Ausbildung, zeigte das Museum of Modern Art New York in der Ausstellung European Postwar Photography eine ihrer experimentellen Arbeiten. Durch ihre intensive Beschäftigung mit den fotografierten Bauwerken, inspiriert durch die neue amerikanische Architekturfotografie der 60er Jahre und ihren passionierten Dialog mit den Architekten, entwickelte Sigrid Neubert einen eigenen fotografischen Stil, mit dem sie das Wesen der Bauwerke zu erfassen vermochte. Strukturen arbeitete sie durch starke Kontraste klar heraus und schon früh band sie Bewohner, Natur und Umgebung ein, was ihren Bildern auch eine große Leichtigkeit verleihen konnte.

Die Fotografin arbeitete eng mit zahlreichen herausragenden Architekten der Nachkriegszeit und Spätmoderne zusammen: Kurt Ackermann, Walther und Bea Betz, Hans-Busso von Busse, Alexander von Branca, Herbert Groethuysen, Hans Maurer und Paul Stohrer gehörten ebenso zu ihren Auftraggebern wie  die Österreicher Franz Riepl, Gustav Peichl und Karl Schwanzer. Für diese schuf sie ikonische Aufnahmen wie z. B. des BMW-Hochhauses, des Hypo-Towers und der Olympia Bauten, die in ihrer Prägnanz bis heute beispiellos sind. 

Eine Woche nach der Eröffnung der ersten retrospektiven Ausstellung im Lechner Museum in Ingolstadt und Obereichstätt verstarb Sigrid Neubert in der Gewissheit, dass ihr Werk weiterleben wird.