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Wie im Hotel

Mit warmen und einladenden Elementen wird eine Zahnarztpraxis zum Wohlfühlort

Diese Zahnarztpraxis in der Stadtmitte hat ganz eindeutig eine Wohlfühldimension: Warme... mehr

Diese Zahnarztpraxis in der Stadtmitte hat ganz eindeutig eine Wohlfühldimension: Warme Materialien wie Holz und Messing kombinieren sich ganz selbstverständlich mit wohnlichen und skulpturalen Elementen zu einem stimmigen Ganzen – das so gar nicht nach Zahnarzt aussieht, sondern eher wie Räume in einem Hotel. Der Entwurf stammt vom Münchner Büro Gabriela Raible Innenarchitektur, das vor allem ein offenes und einladendes Raumkonzept im Blick hatte: Große, schwarz eingefasste Glaselemente erzeugen raumtiefe Durchsichten und schaffen interessante Blickbeziehungen – in die Behandlungsräume hinein oder vom Wartezimmer nach draußen auf die sonnengelben Altbaufassaden der Theatinerstraße.

Herzstück der etwa 200 m² großen Praxis für Implantologie und Parodontologie ist der helle und luftige Eingangsbereich rund um den weißen, monolithischen Empfangscounter. Mit seiner geschwungenen Form und Intarsien aus Messing verstärkt er die warme Atmosphäre sofort beim Eintreten in die Praxis. Alles ist clean, aufgeräumt und zugleich einladend: Statt der obligatorischen Blumenvase kommt der Blumenstrauß in Form einer Leuchte von der Decke und der dahinterliegende, mit feinem, gebürstetem Messingblech belegte Schrank präsentiert eine schöne Vase wie eine Skulptur. Von hier aus geht es in den Wartebereich, zum Röntgen und in die mit reinweißen und funktionellen Einbauten ausgestatteten Behandlungsräume. Selbst hier ist es nicht komplett „Zahnarzt-like“ – ein kleiner Beistelltisch und Designersessel erzeugen Wohnzimmer-Feeling. Pendelleuchten von Occhio sorgen für zahnarzthelles Licht. Die in allen Bereichen verlegten Holzfußböden aus massiver Eiche verstärken das Gefühl, dass hier alles zusammenpasst und wie aus einem Guss wirkt. Wer doch einmal etwas warten muss, kann im Wartezimmer auch an einem kleinen Desk mit schöner Aussicht seinen Laptop anstöpseln. Der offene Wartebereich mit seinem großen, in einer holzvertäfelten Wand eingefassten TV-Screen und bequemen Polstersitzmöbeln in hellem Stoff kann zudem auch als Raum für Fachvorträge genutzt werden. Bei Veranstaltungen können schnell die vorhandenen Sitzmöbel durch Klappstühle ersetzt werden. „Statt cool und distanziert nah dran an den Menschen. Dazu jedes Detail in perfekter Handwerklichkeit analog zur anspruchsvollen Arbeit der Zahnärzte ausgeführt, war der Grundgedanke des Konzepts“, erläutert Raible, die sich zusammen mit Projektleiterin Maren Böttcher sehr über die Auszeichnungen des Projekts mit dem German Design Award 2021 und dem Iconic Award 2021 freut.

www.gabriela-raible.com

Fotos:

Gandalf Hammerbacher
www.gandalfhammerbacher.com

(Erschienen in CUBE München 03|21)

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