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Museum ohne rechte Winkel

Der Neubau des Sudetendeutschen Museums zeigt, was Architektur kann

Auf einem unwegsamen steil abfallenden Hanggrundstück vollbrachten pmp Architekten, die den... mehr

Auf einem unwegsamen steil abfallenden Hanggrundstück vollbrachten pmp Architekten, die den Wettbewerb für den Neubau des Sudetendeutschen Museums gewonnen haben, das Kunststück, ein beeindruckend unorthodoxes, polygonales Gebäude zu errichten. Lediglich das ehemalige Gasthaus Wallenstein-Stuben musste weichen, um das Museum zu verwirklichen. Das ohnehin schon kleine Grundstück von nur 3.315 m² vervierfachte seine Grundfläche auf eine Bruttogeschossfläche von 11.830 m². Oben im fünften Stock beginnt der Parcours für die Ausstellungsbesucher und geht bis in das erste Untergeschoss. Der Baukörper bohrt sich sozusagen spiralförmig in den Hang.

Warum der Standort München der richtige ist, führt Ministerpräsident Markus Söder in seiner Eröffnungsrede aus: Die meisten der ca.
3 Millionen zwangsweise aus ihren Heimatländern vertriebenen Sudetendeutschen landeten in Bayern, wo sie nun der vierte Volksstamm neben Altbayern, Schwaben und Franken sind, der Bayern als Heimat ansieht. Längst überfällig sei diese neue Institution, meinte Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur, ebenfalls bei der Eröffnung im Oktober 2020. Das Gebäude ist auf den ersten Blick nicht zu erfassen, man muss es „erwandern“, um zu verstehen, wie es den Hang durchdringt. Straßenseitig wirkt das Gebäude wie ein monolithisch geschlossener Block, umhüllt von einem dreidimensionalen Natursteinmantel aus Dithfurter Kalkstein. Im Eingangsbereich ist der Kubus aufgeständert, sodass er auf einem gläsernen Sockel zu sitzen scheint.
Auf einer Außentreppe, die vom Hang in Richtung Auer Mühlbach und Isar bergab führt, kann man dem Gebäudeverlauf folgen und sehen, wie es sich erweitert und in das Untergeschoss führt. Eine weitere Treppe führt hinauf auf eine steinerne Terrasse, die sichtbar macht, wie weit sich das Gebäude in der Horizontalen als Anbau an das ursprüngliche Sudetendeutsche Haus fortsetzt. Ein gläserner Einschnitt in den „Turm“, den Kopfbau an der Hochstraße, verdeutlicht, wie hoch aufragend das Gebäude auf seiner Rückseite ist.

Die Dauerausstellung zeigt in fünf Kapiteln über fünf Stockwerke hinweg die tausendjährige Geschichte der Sudetendeutschen in Böhmen und Mähren in der heutigen Tschechischen Republik bis zur Vertreibung nach 1945 und dem Neuanfang in Bayern und anderen Bundesländern.

www.pmparchitekten.de

Fotos:

Florian Holzherr
www.florian-holzherr.com
Simon Kramer

(Erschienen in CUBE München 04|21)

Architekten: pmp Architekten www.pmparchitekten.de Tragwerksplanung: Wetzel & von Seht... mehr

Architekten:

pmp Architekten
www.pmparchitekten.de

Tragwerksplanung:

Wetzel & von Seht
www.wvs.eu
bbi bracher bock ingenieure
www.bbi-statik.de

Gebäudetechnik:

Energietechnik Müller
www.energietechnik-mueller.de
Ottitsch
www.ottitsch.de
WSP Group
www.wsp.com

Elektro:

Duschl Ingenieure
www.duschl.de

Brandschutz:

Sacher
www.sacher-gmbh.com

Bauphysik:

Wolfgang Sorge Ingenieurbüro
www.ifbsorge.de

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