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Leicht exzentrisch

Einfamilienhaus mit Variationen über das Quadrat

Als Haustypus ist das Kaffeemühlenhaus etwas in Vergessenheit geraten. Nun steht ein Exemplar... mehr

Als Haustypus ist das Kaffeemühlenhaus etwas in Vergessenheit geraten. Nun steht ein Exemplar dieser Gattung in einer Harlachinger Einfamilienhaussiedlung und nimmt an exponierter Lage als Eckhaus eine Sonderstellung ein. Zur Linken sind die Satteldächer Nord-Süd ausgerichtet, bei den Nachbarn zur Rechten West-Ost. Wonach sollte man sich richten? Architekt Oliver Schaeffer wählte den Mittelweg und baute dieses Kaffeemühlenhaus, das sich im wesentlichen durch zwei Merkmale hervortut: Es hat ein asymmetrisches Walmdach und einen quadratischen Grundriss und füllt damit diese Straßenecke perfekt aus. Variationen über das Quadrat spielen sich im Inneren ab: Der Grundriss mit einer Kantenlänge von 10 m ist unterteilt in vier Quadrate à 5 m. Im weißen Estrich des Fußbodens im Erdgeschoss ist die quadratische Grundstruktur verdeutlicht durch Fugen zwischen den Vierecken, denen jeweils ein Wohnbereich zugeordnet ist: die Küche, das Esszimmer, das Wohnzimmer und der Eingangsbereich mit gelbem Turm, der wiederum quadratisch ist und in der Mitte des ersten Quadranten steht. Der Turm in strahlendem Gelb ist ein Nutzungskern, er erfüllt pro Stockwerk jeweils verschiedene Funktionen. Die gelbe Powerfarbe hat selbst an trüben Tagen eine starke Strahlkraft. Das Untergeschoss ist im Wesentlichen Lagerfläche und Spielraum für die Kinder. Noch.

Das Haus ist flexibel konzipiert: Die Bauherren sind gegenwärtig eine Familie mit drei Kindern. Wenn diese einmal aus dem Haus sind, bietet die Konzeption des Hauses die Möglichkeit – aus Eins mach Zwei – eine Wohnung aus dem Erdgeschoss und dem Untergeschoss und eine weitere aus dem 1. OG und dem Dachgeschoss zu machen, indem im Eingangsbereich eine zusätzliche Tür als Haustür für die obere Wohnung eingesetzt wird. Aber noch sind die Kinder klein, und es ist erst in rund 20 Jahren so weit, über Veränderungen nachzudenken. Das 1. OG ist jetzt das Reich der Kinder. Jedes von ihnen hat ein eigenes Zimmer. Dazu gibt es ein gemeinsames Bad. Im atelierartigen Dachgeschoss liegt das offene Elternschlafzimmer, nur abzuschotten durch einen Vorhang – was Sinn ergibt, solange die Kinder noch klein sind. Ein Oberlicht im Zentrum schafft zusätzliche Helligkeit. Eine Lese- und Arbeitsecke und ein Bad befinden sich ebenfalls auf dieser Ebene. Später, wenn die Zwei-Wohneinheiten-Lösung aktuell wird, mutiert das 1. OG zum Küchen-, Wohn- und Essbereich und schon ist die autonome Zweitwohnung fertig. Dieses Haus, ganz in weiß – selbst die Dachplatten sind weiß – scheint auf einem Kiessockel zu schweben, der ebenfalls weiß ist. Es verkörpert sozusagen den Prototyp des mitwachsenden, nachhaltigen Familienhauses.

www.oliverschaeffer.com

Architekten: Schaeffer Architecture and Technology www.oliverschaeffer.com Fotos:... mehr

Architekten:

Schaeffer Architecture and Technology
www.oliverschaeffer.com

Fotos:

Ursula Mühle