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Hinterhof mit Wow-Effekt

Raum ist im kleinsten Hinterhof: Nachverdichtung im In-Viertel Glockenbach

Das Glockenbachviertel war einst ein unscheinbarer Stadtteil mit Handwerkerhöfen und Tante... mehr

Das Glockenbachviertel war einst ein unscheinbarer Stadtteil mit Handwerkerhöfen und Tante Emma-Läden. Tempi passati – jetzt ist es ein Szeneviertel und eines der begehrtesten Wohngegenden Münchens, der Nähe zum Zentrum und zur Isar geschuldet. Auch die Kneipenkultur ist in einigen Straßen extrem ausgeprägt, sodass man sich als Anwohner in lauen Sommernächten das Durchschlafen abschminken kann. Nicht so im lärmgeschützten Hinterhof in der Jahnstraße. Ein modernes Gittertor markiert den Eingang und sobald man den Durchgang in den Hof passiert hat, traut man seinen Augen kaum: Drei neu errichtete moderne Townhouses stehen hier versetzt zueinander in einer Reihe. Wie ist das möglich? Der ursprünglich eher klein wirkende Garagenhof musste weichen und das Areal war tatsächlich groß genug, um drei Häuser mit einer Grundfläche von 350 m² aufzunehmen. Michael Kandler vom Büro kandlerundmack erläutert, dass eigentlich das Ganze eher aus einem Zufall heraus entstanden sei. Die Architekten hatten den Auftrag eine hofseitige Fluchtleiter zu planen. Im Zuge einer Begehung schlugen die Architekten vor den bestehenden Garagenhof zu überbauen. Nach zeitintensiven Planungen und Verhandlungen mit Stadt und Nachbarn konnten die Architekten die Bauherrn von dieser Nachverdichtung überzeugen. Das Projekt Fluchtleiter entwickelte sich so zu einer Großbaustelle. Das Vorderhaus wurde energetisch grundsaniert und hat nun neue, moderne Fenster und Eingangstüren, einen beigebraunen eleganten Anstrich mit einer Rillenputzstruktur im unteren Bereich, neu integrierte Aufzüge und ein voll ausgebautes Dachgeschoss. Eine Tiefgarage mit 26 Stellplätzen ersetzt die kleinen Einzelgaragen auf Kellerniveau.

Zunächst fällt die silbern glänzende Metall-„Verpackung“ der drei Reihenhäuser ins Auge: Es handelt sich hierbei um verzinnte Kupfer-Rechtecke von 60 x 90 cm, die diagonal über die gesamte Außenfläche der Häuser inklusive der Dächer verlaufen. Optisch wirken die Metallschindeln rautenförmig und schlicht grandios und sind Zeugnis für großes handwerkliches Können. Die Herausforderung war ja, die diagonalen Linien der Metallhülle über Eck und umlaufend beizubehalten und auch über das Dach und an den Fenstereinschnitten präzise fortzuführen. Der entwerferische Mut der Architekten, sich dieses Kleinod im Hinterhof auszudenken, verdient ebenfalls allergrößte Anerkennung. Das Team von kandlerundmack fand diese Wohnoase so schön, dass sie selbst in das vorderste Haus einzogen. Haus 2 und 3 wird als Wohnraum genutzt. Die in Stahlbetonbauweise errichteten Erdgeschosse der Häuser sind miteinander verbunden und nehmen Kochen, Essen und Wohnen auf. Die Außenwände der Obergeschosse sind aus Holzfertigbauteilen. Hier befinden sich die Schlafbereiche mit angeschlossenen Terrassen auf den Dächern der flachen Verbindungsgebäudeteile. Die Freiflächen des einstigen Hofes sind bis auf die Zugangswege intensiv und abwechslungsreich begrünt.

www.kandlerundmack.de

Fotos:

Sascha Kletzsch
www.sascha-kletzsch.de

Architekten: kandlerundmack architekten www.kandlerundmack.de Zimmerei: Zimmerei Ernst... mehr

Architekten:

kandlerundmack architekten
www.kandlerundmack.de

Zimmerei:

Zimmerei Ernst Schwertl
Telefon: 08751 8459840

Fenster:

Ammer Holzbau
www.ammer-holzbau.de

Dachdecker:

Fleischer Metallfaszination
www.metfas.de