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Heut gehn wir ins Maxim!

Ein altes Kino mit neuem Außen- und Innenleben

Ausgerechnet das Maxim, das einzige Kino des Stadtteils Neuhausen, sollte nach 104 Jahren, das... mehr

Ausgerechnet das Maxim, das einzige Kino des Stadtteils Neuhausen, sollte nach 104 Jahren, das es bereits auf dem Buckel hatte, wegen Unrentabilität geschlossen werden. Der alte Pächter, Programmgestalter, Vorführer und Barmann in Personalunion – war, wie auch das Kino, eine Institution. Vier Cineasten (Anne Harder, Beate Muschler, Bernd Krause und Regine Stoiber) schafften es mit großem Engagement das Kino nach einem größeren Umbau zu retten und unter dem Namen „Neues Maxim“ wieder zu eröffnen. Sie motivierten private Geldgeber, riefen eine Crowdfunding-Aktion ins Leben und gründeten einen Förderverein. Regine Stoiber, die Architektin, eine der vier Kinobegeisterten, saß eines Abends mit ihren Freunden zusammen, und sie beschlossen, dem Kinosterben in München, wenigstens in diesem einen Fall Einhalt zu gebieten. Mit einem sehr knappen Etat wurde umgebaut, ein zusätzlicher Kinosaal geschaffen und alles etwas einladender und bunter zu machen als zuvor. Die Gestaltung des Interieurs stammt vom Innenarchitekturbüro „die meierei“. Wesentlicher Bestandteil des Umbaus war die komplette Neugestaltung der Fassade. Hinter der vormals zugemauerten Front des Erdgeschosses lag der alte Kinosaal, den nur Holzflügeltüren vom Lärm der Durchgangsstraße trennten. Die breite Mauer mit ihren Rundbögen wurde wieder freigelegt und mit geschosshohem Schallschutzglas geschlossen. Der Saal wurde renoviert, goldfarben gestrichen und mit neuem Kinogestühl ausgestattet. Mit Verdunklungsvorhängen wird die Außenwelt während der Vorstellungen „ausgeblendet“. Und endlich entspricht auch die Vorführtechnik dem heutigen digitalen Standard. In allen Bereichen wurde auch die dringend notwendige neue Heizungs- und Lüftungstechnik installiert. Der Eingang befindet sich an der alten Stelle. Man gelangt in einen nun verbreiterten Vorraum, samtene dunkle Farben schmücken die Wände. Ein kleines Café mit Tresen und Kassenraum schließt sich an. Hier im Café- und Barbereich blieb die originale Jugendstildecke aus dem Baujahr 1902 erhalten. Das Untergeschoss wurde völlig neu erschlossen: Eine Stahltreppe führt nun in ein kleines Foyer nach unten, wo ein weiterer Kinosaal sowie Toiletten geschaffen wurden. Der große Saal bietet Platz für 81 Personen, der kleine Saal hat lediglich 33 Sitzplätze – dafür gleicht er aber mit seinen Sitzsäcken in der vordersten Reihe einem gemütlichen Wohnzimmer.

Der Architektin und ihrer Innenarchitektur-Kollegin ist es gelungen, das nostalgische Flair zu erhalten und dennoch Schwung und frischen Wind ins Lichtspielhaus zu bringen. Hingehen!

www.gutekunst-architekten.de
www.meierei.org

Architekten: Gutekunst-Architekten www.gutekunst-architekten.de Fotos: Martina Dobrusky mehr

Architekten:

Gutekunst-Architekten
www.gutekunst-architekten.de

Fotos:

Martina Dobrusky