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Flach, schmal, lang und günstig

Ein preisgekröntes erstes Haus eines jungen Architekturbüros

Wie kommt man als junges Architekturbüro an Aufträge? Meist fehlt das Geld, um an Wettbewerben... mehr

Wie kommt man als junges Architekturbüro an Aufträge? Meist fehlt das Geld, um an Wettbewerben teilzunehmen. Wie soll man sich einen Namen machen? Es müssen schon Zufall und Können zusammenkommen wie in diesem Fall: Das junge Büro studioeuropa erhielt von Bekannten den Auftrag ein äußerst kompliziertes Grundstück zu bebauen und die jungen Architekten reichten ihr Ergebnis beim Wettbewerb „Das erste Haus“ ein. Dann musste die Jury noch die Besonderheit des Entwurfs unter Hunderten von Einreichungen erkennen und herausfiltern – und erst nachdem all diese Zutaten zusammen kamen, konnte von einem glücklichen Start die Rede sein. Was da in einem kleinen Dorf entstanden war, machte Staunen. Die Aufgabe lautete auf einem äußerst schmalen und extrem langen Stück Land ein erdgeschossiges barrierefreies Haus für ein Ehepaar zu schaffen, das noch dazu den geringen Etat von 300.000 Euro zunächst nicht überschreiten sollte. Jengen ist eines jener kleinen Dörfer, das ursprünglich aus einigen kreuz und quer stehenden Bauernhöfen bestand, die nun zum Großteil verlassen sind. Die Mutter der Bauherrin lebt noch auf einem dieser Höfe und zu ihrem Grundstück gehört ein ehemaliger Obstgarten, der die Gestalt einer langen Zunge hat, die sich hinter dem Hof erstreckt. Das Handtuch von Grundstück, schmal genug, durfte nun wegen der Abstandsflächen auch noch nicht mal bis zur Grundstücksgrenze hin bebaut werden, was den Baugrund noch einmal schmälerte. Studioeuropa stellten sich der Herausforderung und planten ein schlaucharchtiges Haus von 5,30 m Breite und 24 m Länge. Hier reiht sich Wohnfunktion an Wohnfunktion. Zusätzlich sind in einem länglichen 2 m breiten Kasten mit Pultdach, der sich an den Baukörper anschließt, noch einige funktionale Räume nebst Eingangsbereich untergebracht – ein Technikraum, ein Stauraum und eine Sauna.

Der eigentliche Clou des Hauses aber ist das Dach, was in den Wohnräumen erlebbar wird. Der „Schlauch“ hat kein hohes schmales und spitzes Satteldach, sondern die Dachausrichtung wurde um 90 Grad gedreht, sodass der Sattel mittig über der Längsseite liegt. So ergibt sich ein breiteres, sehr flaches Satteldach mit einer Neigung von nur 15 Grad, was den Vorteil mit sich bringt, dass sich die Räume erstens optisch weiten und im Dachfirst noch eine kleine Galerie, ein Gästezimmer und ein Duschbad Platz haben. Das Dach ist aus Edelstahl und verwittert nicht, sondern behält seine silberne Farbe. Das Gebäude ist ein solider Ziegelbau aus Hohlziegeln, womit eine zusätzliche Dämmung entfällt und dennoch Energie eingespart wird. Wäre am Schluss nicht noch ein Zusatzetat aufgetaucht, wäre der Bau, so wie er nun fertig dastand, tatsächlich im Kostenrahmen geblieben. Durch den Geldsegen kamen nun noch ein geöltes Eichenparkett, hochwertige Einbauschränke und Fensterläden hinzu. Ein unkonventionelles erstes Haus mit Überraschungseffekten.

www.studioeuropa.eu

Architekten: studioeuropa www.studioeuropa.eu Baumeister: Baugeschäft Berktold... mehr

Architekten:

studioeuropa
www.studioeuropa.eu

Baumeister:

Baugeschäft Berktold
www.berktold-bau.de

Zimmerei:

Riedle&Bader
www.holzhauswerkstatt.de

HLSE:

Elektro Zech
www.elektro-zech.com

Fenster/Schreinerarbeiten:

Schreinerei Summer
Telefon: 08340 252

Fotos:

studioeuropa