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Eintauchen ins Pflanzenmeer

Ein Garten für alle – der Botanische Garten in Nymphenburg ist eine Pracht

Ein Garten für alle – und ein Garten, der mit lauter Superlativen aufwartet: Der Botanische... mehr

Ein Garten für alle – und ein Garten, der mit lauter Superlativen aufwartet: Der Botanische Garten München-Nymphenburg – nicht zu verwechseln mit dem Alten Botanischen Garten in der Innenstadt – liegt im Westen Münchens nahe dem Nymphenburger Schloß. Der Alte Botanische Garten am Stachus war zu klein geworden, steht aber dem Publikum nach wie vor als Park zur Verfügung. Der „große Bruder“ mit seiner Fläche von 21 Hektar zählt zu den artenreichsten Pflanzensammlungen in Deutschland. Insgesamt werden hier über 19.000 Arten und Unterarten erhalten, gepflegt, gezeigt und gezüchtet. Im Freiland ziehen sich die Blühhöhepunkte verteilt über die gesamte Saison durch den Garten. Die historischen Gewächshäuser, die hier noch erhalten sind, stammen aus den Jahren 1910–1912, gebaut nach Entwürfen von Ludwig Ullmann. Sie haben eine Fläche von 4.500 m² sowie eine transparente, filigrane Architektur aus Eisen, Holz und Glas. In den Gewächshäusern sind Kakteen, Sukkulenten, Pflanzen aus feuchttropischen Regionen, aus Bergwäldern und auch aus Wüsten vorhanden. In einem tropischen Gewächshaus gibt es sogar 400 verschiedene Arten von freifliegenden Schmetterlingen. Von Anfang an war der Botanische Garten gepaart mit einer wissenschaftlichen Forschungsstelle. Zu deren Aufgaben gehören derzeit die Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen oder die Wildbienenforschung, darüber hinaus natürlich der Unterhalt von Datenbanken und die Herausgabe von Publikationen.
 
2014 feierte die Anlage ihren 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass wurden die wegen Absturzgefahr entfernten Dachziervasen auf dem Hauptgebäude rekonstruiert und ihre Nachbildungen wieder aufgestellt. Der neue Garten wurde im Sinne der Gartenreform gestaltet: Es gibt nicht nur akurat angelegte Ziergärten und Beete mit Rosengärten, Nutz- und Heilpflanzen, sondern auch eigens geschaffene Landschaftsbilder – Heide-, Wasser- oder Sumpflandschaften und sogar ein Moor. Eine künstlich angelegte Felsenlandschaft aus Pollinger Kalktuff, eine Farnschlucht, ein Alpinum, eine Arktisregion – man kann gar nicht alle aufzählen. In der Winterhalle finden regelmäßige Ausstellungen statt. Der sehr beliebte Schmuckgarten schließt sich unmittelbar an das Institutsgebäude an. Eine besondere Attraktion sind hier die prachtvollen Majolika-Papageien von Joseph Wackerle. Hier gibt es auch ein Café zur Erholung zwischen all der zu erwandernden Pflanzenpracht. Der Haupteingang befindet sich an der Menzinger Straße im Norden, aber auch im Süden kann man direkt vom Park des Nymphenburger Schlosses in den Botanischen Garten gelangen – gegen Eintritt allerdings.

www.botmuc.de

Fotos:

BGM

(Erschienen in CUBE München 01|22)

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