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Ein Haus für einen Flügel

Die Zutaten: Ein Architekt, ein Pianist und sein Klavier

Kann man ein Haus um einen Flügel herum bauen? Sehr wohl! In Ottobrunn wurde dieser Exot unter... mehr

Kann man ein Haus um einen Flügel herum bauen? Sehr wohl! In Ottobrunn wurde dieser Exot unter den Bauaufgaben von Studio Rauch realisiert. Ein One-Man- und Piano-Haus. Der Bauherr hatte die Vorstellung, dass sein Klavier die Hauptrolle in seinem Haus spielen sollte. Die Akustik musste stimmen, der Platz exklusiv sein, und nebenbei wollte der Hausherr dort auch noch wohnen. Das zweigeschossige Haus mit einer Grundfläche von 69 m² und insgesamt 100 m² Wohnfläche ist in Holzrahmenbauweise errichtet. Die Fassade besteht aus sägerauhen, zweifach schwarz lasierten Fichtenbrettern, plus on top ein asymmetrisches Satteldach aus schwarzem Aluminium.

Außen schwarz – innen weiß: Das Erdgeschoss ist ein weiß gestrichener großer Raum mit offenem Grundriss. Eyecatcher ist eine erhöhte Bühne, auf der der Protagonist, der Flügel, seinen Platz hat. Über der Bühne wurde ein Luftraum freigehalten. Küche und Wohnraum schließen sich an. Ein Raum wie ein kleiner Konzertsaal: Wenn ab und zu Gäste kommen und der Musiker ein Hauskonzert gibt, ist schnell alles beiseite geräumt. Ausgeklügelt ist auch die Akustik. Hierzu Architekt Stephan Rauch: „Wir haben mit einem Berliner Akustik-Ingenieurbüro zusammengearbeitet. Im Erdgeschoss wurden die naturbelassene Holzfaserplatten passgenau in der Decke eingefügt, und hinter dem Klavier ist eine sogenannte Diffusorwand, das ist eine gefaltete Wand aus Gipskarton. Für diese haben uns die  Akustikexperten die Winkel vorberechnet und im Trockenbau wurden sie dann exakt nachgebaut. Diese Wand ist zweigeschossig, geht hoch bis zum First und bricht die Schallwellen, sodass keine große Nachhallzeit entsteht.“

Die Holzdecke, der Eichendielenboden und die altarartige Bühne geben dem sonst kühlen Raum Wärme. Hier findet sich das Thema des Holzhauses wieder, was durch die Fassade bereits suggeriert wird. Die gegenüberliegenden Ecken des rechteckigen Hauses wurden abgeschrägt und die Fenster so platziert, dass sie die schönsten Blicke einfangen. Im Untergeschoss gibt es neben Nutzräumen ein Gästezimmer mit Dusche. Das Schlafzimmer im Obergeschoss ist durch ein Innenfenster mit dem Wohnraum verbunden. Hier, wie im ganzen Haus sind die Möbel ebenfalls von Rauch entworfen. Bett, Schrank, die freistehende Badewanne und eine Dusche sind hier in einem offenen Raum zusammengefasst.

Stephan Rauch erwies sich bei der Lösung dieser Aufgabe als ein Architekt, der erfinderisch veranlagt ist und erfahren im Umgang mit Holz als Baumaterial. Die Jury der „Häuser des Jahres 2017“ setzte das Haus auf die Liste der Favoriten und zudem gewann dieses Objekt den 2. Preis beim Wettbewerb „Geplant und Ausgeführt“.

www.studiorauch.com

Architekten: Studio Rauch www.studiorauch.com Fotos: Claudius Müller mehr

Architekten:

Studio Rauch
www.studiorauch.com

Fotos:

Claudius Müller