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Bauernhöfe zu Wohnhäusern

Zeitgemäße Interpretation eines Neubaus, der einen Bauernhof ersetzt

„Das sieht so aus, als stünde das Haus schon immer da!“, waren die lobenden Worte eines... mehr

„Das sieht so aus, als stünde das Haus schon immer da!“, waren die lobenden Worte eines benachbarten Bauern, als der Neubau, der das ursprüngliche Bauernhaus nun ersetzt, fertig war. In einem Dorf mit noch weitgehend authentischem Charakter, war das Bestandshaus nicht sanierungsfähig. Auf seinem L-förmigen Grundriss entstand ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen.

Der Entwurf stammt von Christian Sandweger und Hantje Hipp vom Büro arcs architekten München. Oberste Prämisse der Entwurfsidee war, Elemente des ländlichen Bauens wieder aufzunehmen und in eine moderne Form zu bringen. Das zweistockige Haus mit ausgebautem Dachgeschoss hat eine Grundfläche von 423 m². Der Architekt setzte sich intensiv mit der Typologie der alten Bauernhäuser auseinander. Folgerichtig kam als Dachform nur ein Satteldach – wenn auch ein sehr flach geneigtes – in Frage. Früher bestand das Sockelgeschoss aus Natursteinmauerwerk, der im Neubau durch Dämmbeton ersetzt wurde, da er sowohl tragfähig als auch wärmedämmend ist.

Die beiden darüberliegenden Geschosse sind mit vorgefertigten Holzbauteilen errichtet und mit vorvergrauten horizontalen Latten unterschiedlicher Größe beplankt, um die Unregelmäßigkeit früherer Holzverschalungen zu zitieren. Das Eckgebäude greift die historische Kubatur entlang der anliegenden Straßen auf. Die Dachform nimmt Bezug zur gegenüberliegenden modernen Kirche in Klinkerbauweise. Auf der Rückseite der Straßenfront bildet die L-Form einen geschützten Garten und ein historischer Apfelbaum ist der Blickfang für sämtliche nach innen liegenden Räume, Loggien und Terrassen. Das Materialkonzept beschränkt sich auf natürliche und ökologische Baustoffe, so konnte z. B. im Erdgeschoss durch den Einsatz von Dämmbeton auf zusätzliche Dämmmaterialien verzichtet werden. An den Außenwänden wurde raumseitig Hochleistungsdämmputz, eine Innovation im Bereich der Gebäudedämmung, verwendet. Dadurch genügt das Gebäude den Anforderungen der Kennwerte für die Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Im Innern führt eine Sichtbetontreppe vom Erdgeschoss ins erste Obergeschoss, eine Holztreppe vom ersten Obergeschoss ins Dachgeschoss. Die Flure im Treppenhaus sind mit ziegelrotem Linoleum ausgelegt als Bezug zur gleichfarbigen Kirche gegenüber. Die Wohnräume haben einen Eichen-Naturholzboden. Fenster und Außentüren bestehen aus Holz-Alu-Elementen, die Innentüren sind weißlackierte flächenbündige Vollholztüren. Es wurde vollständig auf kunststoffbasierte Werkstoffe verzichtet – auch die Innenwände haben einen mineralischen, ökozertifizierten Anstrich.

www.arcs.de

Architekten: arcs-architekten www.arcs.de Baumeister: Adldinger Bauwerk... mehr

Architekten:

arcs-architekten
www.arcs.de

Baumeister:

Adldinger Bauwerk
www.adldinger.de

Holzbau:

Rupprecht Holzbau
www.holzbau-rupprecht.de

Innentüren:

Schreinerei Knitl
Telefon: 08466 544

Bodenbeläge:

Kraft Parkett
www.kraft-parkett.de

Haustechnik:

Seitz & Braun
www.seitz-braun.de

Fotos:

Antje Hanebeck