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1.500 Meter Balkon

Farbenfrohe Sanierung von vier Wohnhäusern am Englischen Garten

In der Osterwaldstraße, direkt am Englischen Garten, übernahmen Robert Meyer Architekten die... mehr

In der Osterwaldstraße, direkt am Englischen Garten, übernahmen Robert Meyer Architekten die Aufgabe, vier baugleiche Wohnhäuser zu sanieren, sie heutigen Standards anzupassen und optisch ,aufzufrischen‘.

Die Betonhäuser wurden 1970 von dem in München sehr bekannten und renommierten Architekten Professor Josef Wiedemann (1910 - 2001) errichtet. Wiedemann machte sich als Architekt nicht nur durch seine Kirchenprojekte oder durch seine Teilnahme am Wiederaufbau nach dem Krieg, wie etwa des Münchner Siegestores und der Glyptothek einen Namen sondern er ging später teilweise auch sehr experimentierfreudig mit dem Baumaterial Beton um.

Bis heute umstritten ist sein Kaufhof-Bau am Marienplatz - ein Schandfleck und eine Betonburg für die einen; ein mutiges, zukunftsweisendes Bauwerk für die anderen.Tempi passati - heute würde wahrscheinlich keine Stadtgestaltungskommission einer derartigen Bunkerarchitektur wie der des Kaufhofgebäudes (Bauzeit 1969-1972) mehr zustimmmen.
Anders bei den Wohnhäusern Wiedemanns, sie zeichnen sich durch hohe architektonische Qualität aus, so Robert Meyer. Er und seine Mannschaft haben es geschafft, die drei baugleichen Punkthäuser optisch ins 21. Jahrhundert zu holen. Im bewohnten Zustand wurden unter anderem die Altlasten und Balkone saniert, die Fenster getauscht und eine Aufwertung der Eingangssituation geschaffen.

Ergänzend wurde die bestehende Gebäudetechnik durch moderne Anlagen ersetzt und innerhalb der Wohnungen die Heizkörper ausgetauscht. Und die auffallendste Neuerung: Farbenprächtig präsentieren sich die Häuser in einem neuen ,Look‘. Um den vier zum Verwechseln ähnlichen Häusern ihre eigene Adressen-Identität zu verschaffen, wurden die gläsernen Balkonbrüstungen mit den Farben Grün, Orange, Blau und Grau besetzt. Keine kleine Sache, denn die umlaufenden Balkone haben die stattliche Länge von insgesamt 1,5 Kilometern. So wurden 48 Wohnungen auf den neuesten Standard gebracht und die Optik der Häuser hat sich verjüngt. Das wichtigste Anliegen, so Robert Meyer, sei ihm bei dieser Bauaufgabe der behutsame Umgang mit dem Vorhandenen gewesen und mit wenigen gezielten Maßnahmen den Häusern ein wertvolles und modernes Erscheinungsbild zu geben.

Dies ist ein weiteres positives Beispiel dafür, dass Abreissen wirklich erst die ultima ratio sein sollte. Noch nie gab es so viel Abrissmaßnahmen wie derzeit und besonders betroffen sind gerade die 70er-Bauten, wie etwa das einstmals legendäre Schwabylon an der Leopoldstrasse in Nordschwabing, oder die bevorstehende Ausradierung des Gerichtsgebäudes an der Nymphenburger Strasse. Oft fehlt es an Phantasie und dem Willen zum Erhalt, und oft auch an der Qualifikation von Architekten, die in Zukunft immer mehr gefragt sein wird.

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Edward Beierle
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