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Wasser und Eis, Licht und Luft

Das Eis- und Schwimmstadion Lentpark in Köln

Nach zweijähriger Bauzeit wurde in Köln das neue Eis- und Schwimmstadion „Lentpark“ im Oktober... mehr
Nach zweijähriger Bauzeit wurde in Köln das neue Eis- und Schwimmstadion „Lentpark“ im Oktober 2011 an der prominent gelegenen, linksrheinischen Rampe der Zoobrücke eröffnet. Der biologisch aufbereitete Naturbadesee im Außenbereich kann seit Mitte Mai 2012 genutzt werden; die Eröffnung der Sauna ist für Herbst 2012 vorgesehen.

Das von den auf den Bau von Sportstätten spezialisierte Architekten Schulitz + Partner entworfene Gebäude beherbergt eine multifunktionale Eisfläche, eine Eishochbahn, einen Bade- und Schwimmbereich mit verschiedenen Becken, eine Sauna, Ruhebereiche innen und außen, eine Liegewiese und Gastronomie. Der Grundriss ist als Dreieck angelegt.

Besonders auffällig und eine der großen Publikumsattraktionen ist die erhöht über der Eishockeyhalle liegende, als 260 Meter langer Rundkurs angelegte Eislaufbahn. Während man dort ungestört seine Runden drehen kann, blickt man auf die darunter liegende Eisfläche und durch die großzügig transparente Fassade in die benachbarte Park- und Stadtlandschaft sowie durch die hoch wärmegedämmte und verglaste Innenwand in den Bade- und Schwimmbereich hinein – vielfältige Blickbeziehungen steigern den Erlebnis- und Aufenthaltswert in diesem 12.000 m2 großen Freizeit- und Sportkomplex. Der hohe Anteil an Öffnungen in Fassade und Dach ermöglicht einen natürlichen Lichteinfall – im angenehmen Kontrast zu vielen Eishallen, die man als geschlossene Box kennt. In der Material- und Farbwahl gibt sich die Gestaltung betont zurückhaltend und sachlich; es dominieren Sichtbeton, Glas und Metall mit ihren neutralen Grautönen. Für den Farbakzent sorgen das Gelb der Dachtragkonstruktion und der Sitzschalen in der Eishalle, das Blau des Wassers im Schwimmbereich – und die Besucher selbst.

In der Außenansicht fallen bei dem mit zwei Geschossen sehr flach wirkenden Gebäude sofort die horizontal angeordneten Lamellen auf, die zum einen dem Sonnenschutz und somit zur Kühlung der Eisfläche dienen, zum anderen aber auch dem Blendschutz. Sie sind je nach Himmelsrichtung unterschiedlich geneigt und reagieren damit auf die unterschiedlich hohen Sonnenstände im Tagesverlauf. Durch den hohen Anteil an Verglasung bietet sich insbesondere bei Dunkelheit ein Neugier weckender Blick auf die vielfältigen Aktivitäten im Inneren.
Für die Planung der Haustechnik bestand die Herausforderung, die an sich konträren Klima­bedingungen für die kalten Eis- und die warmen Wasser- und Saunabereiche intelligent und ressourcenschonend unter einem gemeinsamen Dach herzustellen. Das dies gelungen ist, wird an der Auszeichnung mit dem Green-Building-Zertifikat der Europäischen Union deutlich, die erstmals an eine Eissportanlage verliehen wurde. Mit der Abwärme der Kühlgeräte für die Eisbahn werden Schwimmbecken und Sauna geheizt. Die Abluft wird ebenfalls für die Wärmerückgewinnung genutzt. Das Wasser für Schwimmbad, Sauna und Eisbereitung stammt aus einem eigenen Brunnen. Das großflächige Dach dient der Energiegewinnung durch Solarenergie.

www.koelnbaeder.de/de/bad-sauna-fitness-eissport/eis-schwimmstadion-lentstrasse

www.schulitz.de
Architekten Schulitz + Partner Architekten www.schulitz.de Fotos Jörg Hempel... mehr

Architekten

Schulitz + Partner Architekten
www.schulitz.de

Fotos

Jörg Hempel
www.joerg-hempel.com
Margot Gottschling
www.mgottschling.de