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Vom Dom an den Rhein

Im Rheinauhafen wurde ein eigener Platz für Skater geschaffen

Beeindruckende Sprünge, schnelle Bretter und coole Sportler – jahrelang prägten Skater das Bild... mehr
Beeindruckende Sprünge, schnelle Bretter und coole Sportler – jahrelang prägten Skater das Bild rund um Dom und Roncalliplatz. Doch davon ist heute nichts mehr zu sehen. Der Grund: Interessenverbände sahen die Szene immer mehr als Problem an und sprachen sich gegen ein Skaten vor der Domkulisse aus. Da es jedoch in Köln keine gleichwertige Ausweichmöglichkeit gab, musste ein neuer Platz zum Skaten geschaffen werden.

Ein ungewöhnliches Projekt, mit dem die metrobox Architekten beauftragt wurden. Nachdem Skater und Architekten gemeinsam versuchten auszuloten, was wirklich benötigt wurde, stand fest, dass man vom gewohnten Bild eines Skateplatzes mit vielen Rundungen und Rampen abweichen würde. Die Skater wollten einen städtischen Raum, der Hindernisse und Herausforderungen bietet. Zu diesem Zweck sollten Treppen, Kanten, Geländer und Grünflächen neu interpretiert und platziert werden. Nach einigen Überlegungen war mit dem hinteren Bereich des Rheinauhafens das Grundstück für den neuen Platz gefunden. Das gestalterische Grundkonzept entstand aus der Überlagerung der Bilder, die mit dem Platz, seiner Nutzung und seinem Ort zusammenhängen. Ruhige langgezogene Strecken mit großen Radien wechseln mit dem Springen an Hindernissen ab. Die Lage des Platzes am Rhein setzt dieses Bild in den geeigneten landschaftlichen Kontext. Die Umsetzung dieses Konzeptes in die Realität wird dadurch erreicht, dass die Fläche von einem virtuellen Raster überlagert wird, an dessen Kreuzungspunkten gleichförmige Grundflächen entstehen. Um von dieser starren Gruppierung auf dem Raster aber zu einer spontanen Anordnung zu gelangen, wurde die Fläche über einen besonderen Algorithmus neu organisiert. Hierbei werden die Grundflächen zu Körpern unterschiedlicher Größe, sie erheben sich aus der Landschaft oder versinken in ihr, um die Fläche mit Grünelementen, Wiese und Bäumen zu durchdringen. Die Grundkörper sind Skate-Objekte aus Beton und stehen in einem Fluss aus Steinplatten. Die Bodenfläche tritt über ein Muster in Dialog mit den Skate-Objekten.

Durch seine spezielle Nutzung und seine Lage im Flutgebiet muss der Platz verschiedenen Herausforderungen gewachsen sein. Die kleinen harten Rollen der Skateboards verlangen nach einer möglichst ebenen Oberfläche, die bei Stürzen nicht zu Abschürfungen führt, die bei Regen aber auch die Rutschfestigkeit eines öffentlichen Platzes gewährleistet. Die Neigung der Fläche muss ein restloses Abfließen von Rheinflut oder Regen gewährleisten, darf zum Skaten aber nicht zu steil sein. Die Sprünge der Skater, aber auch harte Winter und Überflutungen dürfen den Qualitäten des Platzes dauerhaft nichts anhaben, was durch die Konstruktion und Materialauswahl gewährleistet wird. Bereits bei der Eröffnung zeichnete sich ab, welch Erfolg diese Zusammenarbeit der unterschiedlichen Beteiligten haben sollte. Die Skater nahmen den Platz von der ersten Minute an in Besitz. Doch nicht nur für Skater hat sich die Anlage ausgezahlt. Auch die Rheinpromenade ist seitdem voller Passanten, die den Skatern bei ihren Kunststücken zusehen. Der zuvor leblose Bereich des Neubauviertels „Rheinauhafen“ wurde plötzlich lebendig. Durch den Platz konnte das neue Viertel, das bis dato noch nicht zur Stadt geworden war, aktiviert und urbanisiert werden. Geschaffen wurde ein hybrider Raum, der zugleich Sportanlage und städtischer Platz ist.

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