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Natürlich Übernachten

Das V-Hotel auf dem Bonner Venusberg

Das familiengeführte Hotel auf dem Bonner Venusberg, am Naturschutzgebiet Kottenforst gelegen,... mehr
Das familiengeführte Hotel auf dem Bonner Venusberg, am Naturschutzgebiet Kottenforst gelegen, braucht nicht die große Geste und den einsehbarsten Standort. Ganz im Gegenteil, aufgrund der einzigartigen Lage wird es zu einer architektonischen Kostbarkeit. In den 60er Jahren wurde hier das „Haus der Jugendarbeit“ errichtet und bis zum Regierungsumzug 2001 genutzt. Elf Jahre stand das Haus dann leer und verkam zu einer Bauruine. Die Hotelchefin Christina Voit erinnert sich so daran: „Es war märchenhaft und steckte voller Potenzial“. Doch bevor die ehemalige Bundesimmobilie zu neuem Leben erweckt werden durfte, war viel Geduld, Optimismus und Weitsicht für die junge Geschäftsführerin nötig, die mit Rat und Tat von ihrer Familie unterstützt wurde.

In Zusammenarbeit mit dem Bonner Büro Scherf Architekten, dem Plan-Team Lohoff aus Wülfrath und der Innenarchitektin Dorothee Spitz aus Köln konnten nach einjähriger Planungs- und zehnmonatiger Umbauphase dann endlich im April 2014 die Türen des V-Hotels geöffnet werden. Das Ziel war von Beginn an, aus einem gewöhnlichen Haus ein etwas anderes, besonderes Hotelkonzept zu erzeugen, in einer Umgebung, die Charme, Modernität und Natürlichkeit vermittelt und in der die Gäste sich wohlfühlen. Dafür wurde an der Grundform des Bestandes nicht viel geändert. Die ehemaligen Büros sind heute Einzel- und Doppelzimmer und Suiten. Für den Frühstücksbereich und dem darüber liegenden Seminarraum wurde vor dem Bestandskomplex ein Neubau errichtet. „Unser Wunsch war es, die originale Bausubstanz an wichtigen Stellen zu erhalten und sie architektonisch mit ins Konzept einfließen zu lassen“, so bringt es die junge Hotelchefin auf den Punkt. Die Vergangenheit wird nicht verschwiegen: Während das Gebäude lange Jahre immer mehr zerfiel, hinterließen Unbekannte ihre künstlerischen Graffitis, die heute wie selbstverständlich zu den Betonwänden gehören und durch Arbeiten des Kölner Graffiti-Künstlers Thomas Baumgärtel ergänzt wurden. So entstand eine Verschmelzung von Neu und Alt. Neben der Rücksichtnahme auf Vergangenes und Gewesenes ist die moderne und klare Architektur im Neubau ein wichtiger Kontrast. Und das spürt der Gast schon, sobald er sich in der Lobby einfindet. Ein Feuerwehr-Rot designter Empfangstresen ist der Anziehungspunkt inmitten einer naturnahen und kunstvollen Umgebung. Das zeitlose Mobiliar und die natürlichen Materialien setzen sich auch in den 42 modern ausgestatteten Zimmern des dreigeschossigen Gebäudes fort. Die Betten sind zu den bodentiefen Fenstern ausgerichtet und lassen so den direkten und freien Blick mitten in den Wald und die um das Haus aufgehängten Nistkästen zu. Der Boden wurde mit echtem Eichenparkett verlegt und die Wände erhielten eine Vinyltapete in Aalhaut Optik. Dass zudem Rücksicht auf die Lage am großen Naturschutzgebiet gelegt wird, zeigt das ehrgeizige, energetische Konzept. Das Hotel wurde nach Passivhausstandard gebaut: ein eigenes Blockheizwerk im Keller erzeugt 85 Prozent des eigenen Stroms, die Heizungsanlage funktioniert über eine Frischwasserstation.

Eine der schönsten Würdigungen und individuellen Auszeichnungen für das außergewöhnliche Design-Hotel gab es schon kurz nach der Fertigstellung. Auf einer der rauen Betonwände sprühte Thomas Baumgärtel außerdem noch seine international bekannte Banane, in die er das V-Hotel Logo einfügte – seine Art, besondere Kunstorte zu markieren.

www.v-hotel.de
Fotos: HGEsch www.hgesch.de mehr