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Mehr Heim für den Geissbock

Architekturpreis für die Erweiterung der Hauptverwaltung 1.FC Köln –römer partner architektur –

Vereinsheime sind offensichtlich alles andere als ein beliebtes Objekt unter den Architekten.... mehr

Vereinsheime sind offensichtlich alles andere als ein beliebtes Objekt unter den Architekten. Wie sonst ließe sich die allerorts aufzufindende eher lieblose Gestaltung zahlreicher Stadioncenter, Geschäftsstellen und Heime der Fußballfans erklären? Kühl, oftmals mit Betonfassaden, eckig, unspektakulär – in 08/15-Manier und als Stiefkind der Architektur sieht eins fast aus wie das andere. Gerade vor diesem Hintergrund ist es umso schöner, dass die Erweiterung der Traditionsstätte des 1. FC Köln einen etwas anderen Anspruch verfolgt, als sich nur in die Riege der fußballerischen Vereinsheime einzugliedern.

Gestalterisch ordnet sich die Erweiterung des Geißbockheims dem Bestand unter, der in den 50iger Jahren an der Berrenrather Straße errichtet wurde. Die enge räumliche und
architektonische Verknüpfung stellt eine zurückhaltende Weiterentwicklung der Gesamtanlage Geißbockheim dar. Wobei das bestehende Geißbockheim auch weiterhin als Solitär im Landschaftsraum Grüngürtel wahrnehmbar bleibt.

Bei der Erweiterung handelt es sich um einen zweigeschossigen, linearen Baukörper, der sich mit seinem Erdgeschoss in die vorhandene Geländekante eingräbt und sich somit respektvoll an der Höhe des Bestandes orientiert. Ein eingeschossiger Verbindungsbaukörper stellt die funktionale Anbindung an das bestehende Geißbockheim her. Dieser bildet mit dem Bestand und dem Neubau einen Binnenhof aus, der die Eingangssituation räumlich akzentuiert. Das Zusammenspiel von neuer und alter Architektursprache verhilft dem Ort zu einer qualitätsvollen und spannungsreichen Szenerie. Der parallel zum Geißbockheim verlaufende Baukörper wird durch eine tief liegende Lochfassade strukturiert. Die stehenden Fensterformate werden durch großformatig liegende Fensteröffnungen ergänzt. Die teilweise mit roten Aluminiumfeldern belegten Fenster verleihen der Südfassade ein lebhaftes und für den Bauherrn identifikationsprägendes Erscheinungsbild.

Die Auswahl zurückhaltender Materialien – eine hochwertige Putzfassade in Verbindung mit anthrazitfarbenen Aluminiumfenstern, farbigen Paneelfeldern und einer filigranen Pfosten-Riegel Konstruktion für die großformatigen Öffnungen – verhelfen dem Gebäude zu einem schlichten und elegant wirkenden Erscheinungsbild.

Selbstverständlich findet im neuen Geißbockheim auch die Vereinsliebe ihren Platz. Ohne sich allzu sehr in den Mittelpunkt zu rücken oder gar aufdringlich zu wirken, bestimmen die Farben des 1. FC Köln einige markante Elemente. So ergeben punktuelle rote Aluminiumflächen zusammen mit den schwarzen Fensterrahmen und dem weißen Lochfassadenraster den Farbdreiklang des FC Köln. Ganz ähnlich sieht dies auch im Innenbereich aus, wo das Farbdreigestirn seine Fortsetzung findet: Rote Wände treffen auf weiße Möbel und schwarze Fußbodenbeläge. Die insgesamt etwas andere Herangehensweise an die Erweiterung des Vereinsheims, die in den Jahren 2008/2009 erfolgte, wurde belohnt und ausgezeichnet – und zwar mit dem Kölner Architekturpreis, Anerkennung 2010.

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Jens Willebrand
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