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Kein Aus für die Halogenlampe

Lichtexperte Heinrich Remagen über die humanbiologischen Wirkungen von Licht

CUBE: Herr Remagen, Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Lichtgesundheit. Sagen Sie uns... mehr
CUBE: Herr Remagen, Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Lichtgesundheit. Sagen Sie uns etwas zu den neuen Lichttechniken.

Heinrich Remagen: Das natürliche Licht der Sonne hat schon immer neben dem Sehen der bioenergetischen Gesundheit gedient und die Funktion der Steuerung unserer inneren Uhr und damit unseres ganzen Hormonzyklus erfüllt. Das geschah auch – und vor allem – durch die Spektralanteile des natürlichen Lichts, die im nicht sichtbaren Spektrum liegen: UV-A, UV-B und der Infrarotbereich. Unser energieeffizientes modernes Licht (Leuchtstofflampen, Energiesparlampen und LED-Technik) konzentrieren ihr Spektrum aber auf den sichtbaren Bereich und damit lediglich auf einen Ausschnitt des uns genetisch eingeprägten und von uns biologisch benötigten vollen Sonnenspektrums. Das Licht dieser modernen Leuchten hat einen signifikant hohen Blaubereich und kaum langwelliges Rotlicht. Das natürliche Spektrum wird übrigens von den klassischen (Halogen-) Glühlampen am besten wiedergegeben! Bevor wir uns also zunehmend moderner Lichttechniken bedienen, müssen wir uns unsere biologischen Prägungen und Bedürfnisse an gesunderhaltendes und Wohlbefinden spendendes Licht bewusst machen.

Was bedeutet das für unser heutiges Lebens- und Arbeitsumfeld?

Da die meisten Menschen im Arbeitsleben kaum ausreichend dem für uns gesundheitsfördernden Sonnenlicht ausgesetzt sind und wir andererseits mit dem sehr blauhaltigen Licht die Nacht zum Tag machen, haben viele zunehmend mit Schlafstörungen, Energiemangel, Verlust von Lebensfreude bis hin zu depressiven Störungen zu kämpfen.

Wie können wir diese Folgen vermeiden, was empfehlen Sie?

Im gewerblichen Bereich wird man nicht auf energiesparende Techniken verzichten können. Allerdings sollte man darauf achten, gegen Abend rotanteilige Beleuchtung zum Arbeiten oder Lesen einzusetzen, also vorzugsweise Halogenlicht. Meine Forderung ist deshalb auch, dass die Halogenlampen nicht verboten werden dürfen, da dies vorsätzlicher Körperverletzung gleich kommt. Im Privatbereich sollten zum Lesen im Wohnraum oder Schlafzimmer Halogenlampen eingesetzt werden und auch eine Halogen-Tischleuchte neben PC oder Laptop im Homeoffice oder am Büroarbeitsplatz. Die Mischung des blaulastigen Bildschirmlichtes mit dem warmen Halogenlicht ergibt ein dem Sonnenlicht ähnliches und deshalb für uns energetisch unterstützendes Spektrum.

Was empfehlen Sie für den Umgang mit Licht in der Architektur?

Ich wünsche mir eine möglichst weitgehende Hinwendung der Architektur zum Tageslicht mit den entsprechenden Steuerungsmöglichkeiten für den natürlichen Lichteinfall. Die neuen Lichttechniken, allen voran LED und bald die neue OLED-Technik, also organische Leuchtdioden, eröffnen fast unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten für die Gebäudeanstrahlung, architekturale Lichtakzente, die Allgemeinbeleuchtung und das Lichtdesign insgesamt. Das Bewusstsein für die humanbiologischen Wirkungen und Anforderungen sollte dabei nicht aus dem Auge geraten.

Herr Remagen, wir danken für das Gespräch.

Heinrich Remagen

- 1951 geboren in Köln   
- 1971-1978 Studium BWL Universität zu Köln, Diplom
- 1978 Eintritt in das elterliche Fachgeschäft, Lichthaus in 5. Generation (gegründet 1845 in Köln)
- seit 1981 Geschäftsführer
- seit 1983 verheiratet mit Sabine Remagen, vier Kinder
- Wirtschaftsbotschafter der Stadt Köln
- 2007 Bundesverdienstkreuz

Ausbildung
- Sachkundiger für Beleuchtung
- Abschluss in psychodynamischer Radiästhesie
- Elektrobiologe BAB

Anliegen: Ganzheitlicher und nachhaltiger Ansatz bei Konzepten für künstliche Beleuchtung, im privaten und gewerblichen Bereich