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Eine Entdeckungsreise

Beispielhafte Ausstellungsarchitektur: Von der Idee bis zum fertigen Arrangement

„Der Rhein – Eine europäische Flussbiografie“. So lautete der künstlerische Titel einer... mehr
„Der Rhein – Eine europäische Flussbiografie“. So lautete der künstlerische Titel einer bemerkenswerten Ausstellung, die über vier Monate in der Bundeskunsthalle in Bonn gezeigt wurde und Ende Januar zu Ende gegangen ist. Erstmals wurde dem Rhein mit seiner mehr als 2.000 Jahre alten Kulturgeschichte ein biografischer Auftritt zuteil. Die Museumsbesucher tauchten in eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen der Welt ein und ließen sich rechts und links des Ufers die unzähligen teils folgenschweren und historischen Ereignisse anhand von 300 Exponaten präsentieren. Für den rund 1.200 km langen Rhein stand eine geradezu kleine Ausstellungsfläche von knapp über 1.500 m2 zur Verfügung.

Dass die Besucher von den vielen Informationen und Inhalten nicht überfrachtet wurden, ist dem klaren, abwechslungsvollen und harmonischen Ausstellungskonzept des Kölner Büros res d Design und Architektur zu verdanken, das bereits eine Vielzahl von Ausstellungen konzipiert und gestaltet haben. Für die fast quadratische Ausstellungsfläche haben sie eine blaue „Rheinschleife“ gewählt, die als zentrales, raumprägendes Element durch den Raum „fließt“. „Ähnlich dem Rheinfluss dynamisiert und kategorisiert diese Schleife den Grundriss und nimmt gleichzeitig dessen tragende Strukturelemente wie Säulen und Pfeiler auf“, erklären die Büroinhaber Rebecca Schröder und Ingo Plato das Konzept von res d. „Die Idee des Spazierens am Fluss mit seinen typischen Phänomenen wie Uferbefestigungen, Buhnen, Sandbänken, Inseln oder der weitausgedehnten Auenlandschaft sind der konzeptuelle Ausgangspunkt unseres Entwurfes.“

So ist die dramaturgische Gestaltung der blauen „Rheinschleife“ einerseits eine Richtschnur und ein Leitsystem für die Besucher, andererseits wird sie in Teilen zum Display für die ausgestellten Kunstwerke, Schrift- und Bildzeugnisse. Stets geht es dem Planungsteam darum, „die Chronologie und Topologie dieses bedeutenden europäischen Stroms zu einem inhaltlichen und visuellen Panoramabild zu vereinen“. Die fließenden Räume, denen die Besucher thematisch folgen, werden durch Aufweitungen und Verengungen zwischen „Rheinschleife“ und Hallenwand gerahmt und bieten somit Fläche für Exponate verschiedener Form und Dimension. Immer wieder zu sehen sind runde Sitzinseln und Infoterminals, die zum Verweilen oder zum Studieren der Ausstellungsinhalte einladen. Ein Angebot, das die Besucher nicht ausschlugen, und so ließen sie sich insgesamt mit Begeisterung bei ihrem atmosphärischen Spaziergang entlang des Rheins begleiten.

www.resd.de
Innenarchitekten: res d Design und Architektur www.resd.de Fotos: Simon Vogel / Köln mehr

Innenarchitekten:

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Fotos:

Simon Vogel / Köln