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Deponie wird zum Freizeitareal

:metabolon bietet zahlreiche Bildungs- und Freizeitangebote

Einst eine Mülldeponie, ist das Entsorgungszentrum Leppe in Lindlar-Remshagen im Oberbergischen... mehr
Einst eine Mülldeponie, ist das Entsorgungszentrum Leppe in Lindlar-Remshagen im Oberbergischen Kreis mittlerweile zu :metabolon, einem Energiekompetenzzentrum mit einer be­merkenswerten Freizeitanlage geworden. Den entscheidenden Anstoß für die Umwandlung brachte die Zusammenarbeit mit der regionalen Strukturförderungsmaßnahme Regionale 2010. Dabei wurde ein Wettbewerb ausgelobt, bei dem der Gemeinschaftsentwurf vom Planerteam FSWLA Landschaftsarchitekten und pier7 architekten Düsseldorf die Juroren überzeugte und anschließend realisiert wurde.

Heute ist :metabolon ein Kompetenz-, Lern- und Innovationsort für Stoffumwandlung und standortbezogene Umwelttechnologien/-techniken. Das größte Gebäude am Fuße des Müllkegels wird als Kompetenzzentrum genutzt. Sein Holz­tragwerk ermöglicht große Tragweiten und durch den Einsatz von großzügigen Glasflächen entstehen Leichtigkeit und Transparenz. Hier ist der zentrale Anlaufpunkt für Besucher und Mitarbeiter. Die luftige Eingangssituation integriert im Vordach bereits Solarelemente, die den Eigenbedarf an Strom decken. Dahinter öffnet sich der maximierte Freiraum für Ausstellungen oder Veranstaltungen. Im Anschluss daran ist ein Büro- und Seminarbereich auf zwei Etagen angeschlossen. Im Außenbereich sind als neues Ausflugsziel verschiedene temporäre Stationen entstanden. Dazu gehören Lernorte mit flexibler Bespielung, ein Café, Ausstellungsflächen sowie Freizeitangebote wie Paragleiten oder Cross-Golf.

Das Multifunktionsgebäude reagiert auf den vor­gegebenen Holzcluster und bietet die maximale Auseinandersetzung mit nachwachsenden Rohstoffen. So ist die Tragwerkskonstruktion vollständig aus Holz. Zusätzlich erhielten die Holzdecken einen Zementestrich, der mit Fußbodenheizung bzw. -kühlung versehen ist. Da der Ausstellungsbereich nur temporär genutzt wird, ist er als gering temperierter Bereich angelegt. Dem gegenüber stehen die Büro-/ Seminarbereiche, wo die Gebäudehülle den Bestimmungen des Brandschutzes gerecht werden und Klimafunktionen erfüllen muss. Anforderungen, auf welche die Wetterhülle der Industrieverglasung eingerichtet ist. So wurde eine Holzintarsie eingeschoben, die den gewünschten Klimafunktionen mit der erforderlichen Wärmedämmung gerecht wird. Die Addition beider Hüllenflächen erreicht den Passivhausstandard.

Der hohe Dämmstandard der Gebäudehülle wird durch die Holzbaukonstruktion mit einem geringen Wand- und Deckenaufbau erreicht. Je nach Witterung lässt sich der Erdabsorber zur Kühlung oder Heizung mit Erdwärme nutzen. Hier greift die Wechselwirkung von mechanischer Lüftung mit Wärmerückgewinnung und natürlicher Lüftung. Durch das integrierte Lüftungskonzept und die großen Gebäudehöhen gelingt eine Bauteilaktivierung, die sogar im Sommer ein angenehmes Raumklima schafft. Der außenliegende Sonnenschutz bringt eine Lichtlenkungsfunktion mit. Energiesparende Leuchtmittel, effiziente EDV-Anlagen und weitere Elektrogeräte minimieren den Primärenergiebedarf genauso wie eine Beleuchtung, die tageslichtgeführt ist, bzw. auf Anwesenheit reagiert. Zusätzlich bewirkt die Integration von Photovoltaikmodulen die Selbstversorgung mit Strom. Alles in allem ist so ein intelligentes Gebäude entstanden, das auch durch seine geringen Lebenszykluskosten überzeugt.

www.pier7-architekten.de
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Michael Reisch
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