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Vom Müllberg zum Energieberg!

Das neue Ausstellungsgebäude in Georgswerder zeigt die Umwandlung

Der rund 40 m hohe Deponiehügel wird im Rahmen der IBA Hamburg zu einem regenerativen... mehr
Der rund 40 m hohe Deponiehügel wird im Rahmen der IBA Hamburg zu einem regenerativen Energieberg. Allein mit Windkraft und Sonnenenergie wird er rund 4.000 Haushalte mit Strom versorgen und als Aussichtspunkt öffentlich zugänglich sein. Nach dem Krieg wurden hier Trümmer und Müll aufgetürmt, später auch giftige Industrieabfälle. 1979 wurde der Betrieb offiziell eingestellt, als 1983 Dioxin austrat, wurden der Hügel und der Untergrund aufwändig gesichert. Anschließend wurde die Deponielandschaft mit einer Dichtungsbahn und Oberboden überdeckt und mit ersten Windkraftanlagen bebaut. Bis heute wird das Grundwasser mit umfangreichen technischen Maßnahmen geschützt.

Weil der Hügel als technisches Bauwerk gilt und auch in Zukunft eine geschlossene und gesicherte Deponie bleibt, ist er bisher nicht zugänglich. Ab Frühjahr 2013 kann die fantastische Sicht über Hamburg und die öffentliche Informationslandschaft erlebt werden. Anschaulich wird die Geschichte der Mülldeponie, der Umgang mit Altlasten und die vielfältigen Potenziale für die Gewinnung erneuerbarer Energien erklärt.
Diese Umgestaltung meisterten in einer Arbeitsgemeinschaft die Architekten von Konermann Siegmund Architekten mit der Gestaltung des neuen Betriebs- und Ausstellungsgebäude und die Landschaftsarchitekten von Häfner/Jiménez Büro für Landschaftsarchitektur mit der Gestaltung der ehemaligen Deponie. Das Ausstellungskonzept von mgp ErlebnisRaumDesign erklärt mit der Multimedia-Show „Der gebändigte Drache“ die Besonderheiten dieses Ortes – von der Deponiegeschichte bis zu den energetischen Herausforderungen der Zukunft.
Die Grundidee des Entwurfs ist die enge räumliche Zuordnung des Neubaus zu den bestehenden Betriebsgebäuden der Wasseraufbereitung. Die Betriebsanlagen und das neue Gebäude bilden eine kompakte Gebäudegruppe mit einem markanten räumlichen Abschluss zum Eingangsbereich. Dies ermöglicht kurze Wege im Betriebsablauf und die Einbeziehung der vorhandenen Betriebsanlagen in die Ausstellung. Das Gebäude schließt unmittelbar an eine der bestehenden Hallen der Grundwasseraufbereitung an, so dass die technischen Geräte, Wasserbehälter und Messeinrichtungen von der Ausstellungshalle aus sichtbar sind. Dem Besucher wird „in realiter“ deutlich, welch hoher technischer Aufwand zur Unterhaltung und Sicherung der Deponie auch heute noch notwendig ist.

Die Kubatur ist aus der Geometrie der Bestandhalle entwickelt. Der einfache Baukörper ist von einer leichten, perforierten Metallfassade überzogen und beinhaltet alle nötigen Funktions­räume. Der Ausstellungsteil umfasst einen großen Ausstellungsraum und einen flexibel nutzbaren Seminarraum, die zu einer Einheit verbunden werden können.

Das Gebäude setzt auf maximale Energieeinsparung und wirtschaftliche Betriebsweise. Deshalb sind architektonisches Konzept und technische Gebäudeausrüstung eng aufeinander abgestimmt. Die Be- und Entlüftung erfolgt vollständig auf natürlichem Wege. Eine Wärmepumpe nutzt die Wärme des gereinigten Grundwassers. Eine Photo­voltaikanlage deckt den Strombedarf des Gebäudes inklusive der Wärmepumpe. Warmwasser wird durch eine Solarthermieanlage erzeugt, die auch die Heizung unterstützt. Das Gebäude ist damit klimaneutral.

www.konermannsiegmund.de
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Konermann Siegmund
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Peter Mayer
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