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Markantes Entree zum neuen Quartier Fischbeker Heidbrook

Das Entwicklungsgebiet Fischbeker Heidbrook liegt im Südwesten Hamburgs an der Landesgrenze zu... mehr

Das Entwicklungsgebiet Fischbeker Heidbrook liegt im Südwesten Hamburgs an der Landesgrenze zu Niedersachsen. Hier entstehen in direkter Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet Fischbeker Heide rund 1.200 Wohneinheiten in Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern sowie in kleinteiligen Mehrfamilienhäusern. Dieses gemischt genutzte Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Röttiger Kaserne fungiert als markantes Entree zum neuen Quartier und schützt außerdem die angrenzende südliche Wohnbebauung vor dem Lärm der flankierenden Bundesstraße.

LRW Architekten und Stadtplaner haben das Gebäude entsprechend der Mischnutzung klar zoniert: Die öffentliche Einzelhandelszone im Erdgeschoss bildet einen überhöhten Sockel aus, auf dem sich die Wohnungen befinden. Im nördlichen Bereich ist eine Zeilentypologie durch den Bebauungsplan vorgegeben. Im südlichen Bereich wählten die Architekten eine fingerartige Struktur, die auf der Sockelebene über dem Erdgeschoss die Anordnung kleinerer, geschützter Wohnhöfe ermöglicht und so die Vorgaben an den Lärmschutz der einzelnen Wohnungen bereits durch die städtebauliche Anordnung erfüllt. Innerhalb der hybriden Baustruktur wird die Anzahl der Erschließungskerne minimiert, um eine maximale Flexibilität für die Einzelhandelsnutzung zu gewährleisten. Dennoch erhält jedes Haus eine eigene Adresse am vorgelagerten Platz. In der nördlichen Wohnzeile ermöglicht dies ein Treppenhaus auf der Ostseite und angeschlossene Laubengänge, die zusätzlich vor Lärm schützen. Im Südflügel sind Hauseingänge und Gewerbeflächen durch eine Arkade vom Parkplatz zurückgesetzt und bieten so eine geschützte Adresse für die Wohnungen und Aufenthaltsangebote für Sondernutzungszonen. Die Wohnungen der Obergeschosse sind in der Regel als Vierspänner organisiert, offene oder teilweise verglaste Loggien dienen als private Freisitze. Alle Wohnungen öffnen sich zur Südseite, kein Aufenthaltsraum orientiert sich ausschließlich zur lärmbelasteten Nordseite. Als Mehrwert für die Bewohner gibt es einen gemeinsamen Zugang zum Dachgarten auf dem Supermarkt, der neben privaten Gärten auch Gemeinschafts- und Kinderspielflächen zur Verfügung stellt. Die Fassaden sind strukturiert durch einen Wechsel aus rot-braun-auberginefarbigem Verblendstein, der abschnittsweise mal rot, mal grau verfugt ist. Oberhalb des Sockels setzen kupferfarbene Fenster-Kassettenelemente aus Aluminiumblech Akzente und geben den Fassaden Plastizität. Die horizontale Reihung der filigranen, ebenfalls kupferfarbenen Stahlgeländer an den Balkonen, Dachterrassen und vor den bodentiefen Fenstern macht die Wohnfunktion ablesbar und verleiht dem Gebäude Vielschichtigkeit. Der kompakte Sockelbereich der Südostfassade wird betont und aufgelockert durch ein hohes, horizontal gebändertes Verblendrelief, das auch an den anderen Fassaden im Erdgeschossbereich und an den Stützen zum Parkplatz punktuell weitergeführt wird.

www.lrw-architekten.de

Fotos:

Piet Niemann
www.pietniemann.de


(Erschienen in CUBE Hamburg 02|19)