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Ein skulpturales Band

Über die Verwandlung einer Gewerbehalle

Eine typische, gesichtslose Gewerbehalle aus dem Jahre 1976 sollte für einen traditionsreichen... mehr
Eine typische, gesichtslose Gewerbehalle aus dem Jahre 1976 sollte für einen traditionsreichen Hamburger Gerüstbaubetrieb umgebaut und aufgestockt werden. Der Wunsch war es, die Halle selbst für Personalräume und als Lager zu nutzen und auf der Halle ein modernes Büro entstehen zu lassen. Der Juniorchef Christopher Busch und der Architekt Daniel Schöning kannten und schätzten sich aus gemeinsamen Projekten und so wurden WRS Architekten & Stadtplaner direkt beauftragt, das Bauvorhaben umzusetzen. Aus der engen und fruchtbaren Zusammenarbeit erwuchs dann ein Gebäude, das mit gestalterischen Mitteln die Unternehmenskultur und das Selbstverständnis des Betriebes widerspiegelt: Offenheit, Transparenz und Flexibilität.

Zuerst wurde die L-förmige Halle im hinteren Bereich abgerissen, so dass nur das vordere Rechteck stehen blieb. Auf diesem wurde das neue Geschoss mit ca. 450 m² Bürofläche errichtet. Die Entwurfsidee war, das neue, obere Geschoss wie ein Band auf die bestehende Halle zu legen, das sich – auf der Vorder- und Rückseite unterschiedlich – jeweils dort öffnet, wo der Zugang liegt. Somit stellen die Decke, die Giebelwände und der Boden dieser Aufstockung eine „gefaltete“ Fläche dar, deren Flanken in der Folge „offen“ und komplett verglast sind. Den Bauherren war das wichtig, die vordere und die hintere Fassade sollten sich komplett offen und transparent zeigen, während die Ost- und die Westfassade zu den benachbarten Grundstücken komplett geschlossen sein konnten.

Daraus entwickelten die Architekten letztlich das Band. Auf der Ostseite des Gebäudes wird es mit 1,20 m Abstand zur alten Halle bis nach unten geführt, wodurch die Zugangstreppe mit einladender Geste als direkter und unabhängiger Zugang zum Büro entstanden ist. Das Band hat eine dunkelgraue, prägnante Fassade aus ze-mentgebundenen Faserplatten erhalten. Die alte Halle stellt den massiven Sockel dar, auf dem wohlproportioniert und skulptural das Band ruht, das Neue umhüllend und mit dem Alten verbindend. Im Zuge des Umbaus hat die alte Halle als Sockel eine neue Fensteraufteilung mit dunklen Rahmen und ein farblich abgestimmtes Verblendmauerwerk mit Ziegeln erhalten.

Im Inneren erstreckt sich die gewünschte Transparenz von der Nord- bis zur Südfassade durch das gesamte Gebäude. Die Büros sind mit Glasausschnitten versehen und der mittig angeordnete Besprechungsraum wurde komplett aus Glas hergestellt. Die Räume entsprechen der offenen Kommunikation und der freundlichen Atmosphäre im Betrieb. Bei allen Details war es den Architekten wichtig, die Materialien klar gegeneinander abzugrenzen, um die reduzierte und klare Einfachheit der Entwurfsidee des Bandes auf dem Sockel gestalterisch umzusetzen.

www.wirsind.net
www.busch-geruestbau.de
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Jürgen Schmidt