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Das Alte erhalten und Neues ermöglichen

Behutsame Sanierung in der Speicherstadt

Nach dem Zollanschluß Hamburgs an die Zollunion des Deutschen Reichs entstanden nahe der... mehr
Nach dem Zollanschluß Hamburgs an die Zollunion des Deutschen Reichs entstanden nahe der Innenstadt und den Kontorhäusern auf Freihafengebiet zahlreiche neue Speicher zur zollfreien Lagerung von Waren. Mit der malerischen Gliederung der Speicherblöcke durch Windenerker und Luken, durch detailreiche Ausschmückungen des Backsteinmauerwerks und der durchgehenden neogotischen Gestaltung der Blöcke mit eindrücklichen Fleeten und Brücken ist die Speicherstadt sicher Hamburgs eindrucksvollste Denkmallandschaft.

Nach über 120 Jahren Kontinuität und Wandel erlebt die Speicherstadt seit einigen Jahren vor allem durch die Verlegung der Freihafengrenze und den Bau der benachbarten HafenCity einen tiefgreifenden Wandel. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) bewirtschaftet die Speicherstadt und saniert behutsam und sukzessive die historischen Gebäude. An prominentem Ort gegenüber dem sogenannten Rathaus der Speicherstadt und an der zentralen Verbindungsachse vom Jungfernstieg zur HafenCity liegt das Ensemble aus dem Gebäude „Bei St. Annen 2“, auch als Freihafenamt bekannt und dem dahinter anschließenden Speicher R2. Das Büro Sibylle Kramer Architekten (SKA) wurde als Generalplaner beauftragt, diesen Komplex umzubauen und zu modernisieren. Das Freihafenamt, hier auf der linken Seite zu sehen, stammt von 1953 und wurde von Werner Kallmorgen auf dem Grundstück des im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Speicherblocks R errichtet. Dieses Eckgrundstück eignete sich für den damals geplanten Büroneubau, da es eine Belichtung von drei Seiten bot. Um die Fluchtlinien des angrenzenden Speicherblocks aufzunehmen und gleichzeitig keine zu tiefen Räume zu erhalten, erhielt das Gebäude einen quadratischen Lichthof mit einer Seitenlänge von 11 m. Dieser sieben Geschosse hohe Lichthof mit sehr filigranen Elementen ist prägend - er bleibt erhalten und wird die Modernisierung gestalterisch bestimmen. Der noch vorhandene Paternoster wird wieder in Betrieb genommen, nachträgliche Einbauten werden rückgebaut, die umlaufenden Galerien der ersten beiden Obergeschosse wieder hergestellt. Auch die von Werner Kallmorgen damals gewählten kontrastreichen Farben bilden die Grundlage für das neue Farbkonzept. Die klar gerasterte Außenfassade wird ebenfalls nach historischem Vorbild saniert. Der sensible Umgang des Architekturbüros SKA mit der vorhandenen Struktur des Gebäudes ermöglicht einerseits die Schaffung moderner Büroflächen und bewahrt andererseits den eleganten Charme der 50er Jahre Architektur. Nach zwischenzeitlichem Leerstand kann das Gebäude wieder als modernes Bürogebäude genutzt werden.

Den anderen Teil des Ensembles bildet der Speicher R2 von 1905, hier auf der rechten Seite zu sehen. Der Speicher besteht aus Keller und sieben Böden, so heißen hier die Etagen. Die historische Lagernutzung des Speichers wird aufgegeben, es entstehen moderne Büroflächen. Im sogenannten Raum, dem Erdgeschoss, und im Keller ist eine Sondernutzungsfläche vorgesehen. Der erste und zweite Boden des Speichers bleibt soweit wie möglich im Originalzustand erhalten. Hier ist eine Nutzung geplant, die der Öffentlichkeit das Erleben der historischen Böden im Urzustand ermöglicht. Auch hier gehen die HHLA und das Architekturbüro SKA behutsam mit der vorhandenen Struktur des Gebäudes um und bewahren die nach außen hin sichtbare architektonische Konstruktion. Die feinfühlige Umgestaltung der ehemaligen Lagerflächen zu modernen Büroräumen kennzeichnen den Umbau des ehemaligen Speichers.

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Sibylle Kramer Architekten
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