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Wie ein Ausrufezeichen

Neubau füllt Lücke in der Gründerzeitstraße

Eine hohe Wohn- und Lebensqualität auf begrenztem Raum zu erreichen, ist der Grundsatz, dem das... mehr

Eine hohe Wohn- und Lebensqualität auf begrenztem Raum zu erreichen, ist der Grundsatz, dem das Stadthaus Hunzinger im Frankfurter Nordend verpflichtet ist. Das Haus wurde als Lückenbau auf dem letzten freien, nur 131 m² großen Grundstück in der Wielandstraße entwickelt. Da das Nordend im Zweiten Weltkrieg relativ wenig zerstört wurde, prägen hauptsächlich Wohnhäuser aus der Gründerzeit das Bild des Viertels, das seit jeher zu den begehrten innerstädtischen Wohnlagen zählt.

Für den fünfgeschossigen Neubau musste aufgrund der Begrenzung des Grundstücks und nachbarschaftlicher Einwände im Rahmen des Genehmigungsverfahrens eine maßgeschneiderte Lösung entwickelt werden. So hat das Haus zwar die Breite eines Mietshauses, ist aber nur acht Meter tief. Demzufolge wurden die unterschiedlichen Wohnbereiche auf je eine Etage konzentriert, wodurch der Bauherr und Bewohner Moritz Hunzinger ein „Leben in der Vertikalen“ führt, wie er es selbst beschreibt.

Im Erdgeschoss befindet sich neben der Garage das Entrée, an das ein kleiner Innenhof angrenzt. Glasflächen im Steinboden des Hofs führen Tageslicht in die Einliegerwohnung im Untergeschoss. Im ersten Stock liegt das Büro, während die Küche mit einem Küchenblock und einem großen Esstisch am Kamin die zweite Etage ausfüllt. Über dem Kamin geht der Blick sechs Meter in die Höhe, da die nächste Etage eine offene Empore mit Bibliothek und Sitzgruppe ist. Das Schlafzimmer und das Bad belegen das vierte Obergeschoss des Hauses. Den Abschluss bildet eine Dachterrasse, die einen unverbauten Blick über die Dächer des Nordends auf die Frankfurter Skyline bietet. Die einzelnen Etagen werden über eine schmale, halbgewendelte Treppe erschlossen, deren elegant geschwungener Kirschbaum-Handlauf das auf die Vertikale ausgerichtete Entwurfskonzept zusätzlich unterstreicht.

Der Innenausbau korrespondiert mit der Wertigkeit der Außenfassaden. Zur Straße hin zeigt sich das Gebäude bewusst schlicht, fast abweisend, wodurch die ausgesuchten Baumaterialien voll zur Geltung gebracht werden können. Die präzise gefügte Fassade aus hellem Jurakalkstein erweckt einen monolithischen Eindruck. Die massive Front ist durch hochrechteckige Fenster und einen beherrschenden Steinerker gegliedert, der kantig vier Etagen hoch nach außen ragt. Ausblicke über die stark befahrene Friedberger Landstraße bieten die 16 fast geschosshohen schmalen Erkerfenster. Das Stadthaus zeigt das Selbstbewusstsein des Bauherrn und des Architekten. Einerseits wahrt es den Charakter des Standorts, indem es die Höhe der Nachbarbebauung aufnimmt. Andererseits setzt sich der nüchterne Neubau durch die eigenständige Materialwahl und die Reduktion der Formensprache deutlich von seinen Nachbarn ab, wodurch es zum Blickfang in der Gründerzeitstraße wird.

www.jofranzke.de

Architekten Jo. Franzke Architekten www.jofranzke.de Fotos Christian Richters... mehr

Architekten

Jo. Franzke Architekten
www.jofranzke.de

Fotos

Christian Richters
www.christianrichters.de