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Spitzer ist kein zweiter

Der Messeturm von Helmut Jahn besticht durch seine symbolische Formensprache

Kaum ein zweites Hochhaus springt beim Lande­anflug auf den Frankfurter Airport deutlicher ins... mehr
Kaum ein zweites Hochhaus springt beim Lande­anflug auf den Frankfurter Airport deutlicher ins Auge. Aber auch bei jeder Annäherung mit der Bahn ist der 257 Meter hohe „Bleistift“ mit der angespitzten Pyramidenspitze aus der Skyline Mainhattans nicht wegzudenken. Der Deutsch-Amerikaner Helmut Jahn gewann 1984 – damals noch assoziiert in der Chicagoer Sozietät Murphy / Jahn – mit seinem Entwurf für das Areal unmittelbar vor der alten Fest­halle einen international ausgelobten Wettbewerb; 1988 bis 1990 wurde der Turm unter allereng­sten Baustellenbedingungen errichtet: zwei klar artikulierte Sockelgeschosse, darüber 56 Büro­etagen und der Abschluß mit dem achtgeschossigen pyramidalen Dach­aufbau, der bis heute die Haustechnik beherbergt.

Als Wahrzeichen einer neuen europäischen Finanz- und Wirtschaftsmetropole und Gegengewicht zur historischen Stadtsilhouette orientiert sich der Messeturm in seiner Formensprache an amerikanischen Wolkenkratzern des Art Déco: Ein kubisch abgesetzter Sockelbereich, der an allen vier Außenseiten als steinerne Lochfassade ausgebildete schmale, hohe Schaft und die Dachpyramide, die von dem oberen, transparenten Dachabschluss in die Schwebe gebracht wird – die typische, klassische Dreiteilung, wie man sie etwa vom Chrysler Building in Manhattan kennt. Und doch keine Stilkopie: Da ist die Lochfassade aus poliertem Granit. In ihrer roten Farbgebung zitiert sie die lokale Bautradition - jenen roten Mainsandstein, der bis heute viele bedeutende historische Gebäude der Stadt ziert. Da ist aber auch die gläserne, schwarz getönte Spitze, die dem Turm etwas Futuristisches, ja geradezu Raketenartiges verleiht – die Kombination aus beidem macht aus dem Messeturm einen bedeutenden Vertreter der architektonischen Postmoderne.

4.000 Menschen arbeiten heute täglich in dem Turm, der immerhin bis 1997 – Jahr der Fertigstellung des Frankfurter Commerzbank-Towers – das höchste Bauwerk Europas darstellte. 24 im inneren Kern der Stahlbetonkonstruktion situierte Aufzüge sorgen dafür, dass die Büroetagen fließend bedient werden. 900 PKW-Stellplätze stehen den Nutzern in der Tiefgarage zur Verfügung. Alle Etagen lassen sich flexibel aufteilen in Einzel-, Kombi- oder Großraumbüros. Durch den Fensterbezug kann in jedes Büro ausreichend Tageslicht eindringen, in den oberen Etagen mit freiem Blick in alle Himmelsrichtungen.

Obwohl Helmut Jahn – wie man es in vielen seiner Vorentwürfe erkennen kann – am liebsten das Gebäude mit der Messe verbunden hätte – funktioniert der Messeturm bis heute als ein beeindruckender Solitär, der von Maßstabssprung und Aufbruchsstimmung kündet.

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www.jahn-us.com
Architekten Jahn www.jahn-us.com Fotos GLL Real Estate Partners GmbH... mehr

Architekten

Jahn
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Fotos

GLL Real Estate Partners GmbH
www.gll-partners.com Michael Wicander
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