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Lichtkunst über 36 Etagen

Der Fotograf Ulrich Mattner dokumentiert für CUBE die Frankfurter Hochhausarchitektur

Jeden Mittwoch Abend bietet sich im Frankfurter Bankenviertel bei Einbruch der Dämmerung ein... mehr
Jeden Mittwoch Abend bietet sich im Frankfurter Bankenviertel bei Einbruch der Dämmerung ein farbenfrohes Schauspiel: Der Mittelteil des 136 m hohen „Gallileo-Art-Tower“ erstrahlt mal rot, mal grün, mal blau. Wie ein Chamäleon wechselt der Tower die Farbe. Light Shaft heißt die Neonlicht-Installation des Amerikaners James Turrel. Der 71 Jahre alte Lichtkünstler ist für ambitionierte Projekte bekannt. Zurzeit baut er einen erloschenen Vulkan in Arizona zum größten Kunstwerk der Welt um.

Die Frankfurter Skyline verdankt ihm auch die schrill illuminierte Wet Bar ganz oben in der DZ Bank sowie andere leuchtende Kunstwerke.
Der Name Gallileo-Art-Tower ist ein Wortspiel. Es bezieht sich sowohl auf die Adresse des Turms in der Gallusanlage 7 als auch auf den italienischen Mathematiker Galileo Galilei. Das 36 Stockwerke hohe Gebäude ist zugleich Kunstobjekt und Bank. In dem grünen Glasturm, konzipiert vom Offenbacher Architektenbüro Novotny Mähner Assoziierte, arbeiten heute mehr als 1.500 Mitarbeiter der Commerzbank. Ursprünglich gehörte er der Dresdner Bank, die dort einen großen Teil ihrer wertvollen Kunstsammlung unterbrachte. Nach deren Übernahme durch die Commerzbank fielen auch die Kunstwerke in den Besitz des neuen Eigentümers. Neben Turrels Lichtschacht bietet der Tower noch andere raumgreifende Installationen. So gestaltete die tschechische Künstlerin Magdalena Jetelová 15 Treppen und Brücken als riesiges Lichtkunstwerk. Unzählige Milchglasstufen und -platten leuchten, sobald man sie betritt.

Bis vor vier Jahren beherbergte das direkt dem Gebäudekomplex angegliederte frühere Vorstandsgebäude der Dresdner Bank das teuerste Kunstwerk der Welt. Die Commerzbank erzielte bei der Versteigerung der weltberühmten Skulptur „Der Schreitende“ des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti bei Sotheby’s 75 Millionen Euro. Eine Milliardärswitwe wollte die Figur unbedingt in ihre Londoner Wohnung stellen. Die Dresdner Bank hatte einstmals nur 200.000 Mark für den Bronzetorso bezahlt.

Neben der Kunstsammlung und den Büros beherbergt der Gallileo-Art-Tower auch das English Theatre; mit 300 Plätzen das größte englischsprachige Theater auf dem Kontinent. Hinzu kommen ein separater Konferenzbereich, mehrere öffentlich zugängliche Läden, Cafés und Restaurants. Der ursprünglich am Fuße des Turms untergebrachte Raum für Kultur fiel nach der Übernahme dem Rotstift zum Opfer. Dort offeriert jetzt ein Bike-Shop hochpreisige Fahrräder.


Der Journalist und Fotograf Ulrich Mattner dokumentiert urbane Lebenswelten in Frankfurt am Main, die er in Bildvorträgen, Ausstellungen und TV-Reportagen präsentiert.

www.umattner.de
Fotos Ulrich Mattner Galilleo-Art-Tower Gesamthöhe 136 m Geschosse 36... mehr

Fotos

Ulrich Mattner


Galilleo-Art-Tower
Gesamthöhe

136 m

Geschosse

36 oberirdisch, 3 unterirdisch

Arbeitsplätze

3.000

Bürofläche

30.000 qm

Architekten

Novotny Mähner Assoziierte

Bauzeit

3 Jahre