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Zwillinge auf den zweiten Blick

Ein neues Gästehaus bildet ein harmonisches Ensemble mit der Textilakademie NRW

Vor einigen Jahren wurde das Gebäude der Textilakademie NRW auf dem Campus der Hochschule... mehr

Vor einigen Jahren wurde das Gebäude der Textilakademie NRW auf dem Campus der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach eröffnet – ein Bau, der von einer auffälligen filigranen Textilfassade umspannt wird, passend zur Nutzung. Nun haben slapa oberholz pszczulny | sop architekten aus Düsseldorf vis-à-vis ein Gästehaus geplant, das Auszubildenden und Teilnehmern von Weiterbildungen Übernachtungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten bietet. Im Gegensatz zu seinem auffälligen Nachbarn präsentiert sich der Bau bewusst zurückhaltend mit einer schlichten Lochfassade im matten Anthrazit. Trotzdem treten die unterirdisch miteinander verbundenen Gebäude in einen stimmungsvollen Dialog und bilden ein harmonisches Ensemble: So gleichen sich die beiden kubischen Solitäre nicht nur in ihren Proportionen, auch bei der Anordnung der geschlossenen und transparenten Flächen und den Aussparungen im Erdgeschoss entlang des Foyers und Bistros erscheint der eine Baukörper wie ein leicht verdrehtes Spiegelbild des anderen. Zudem fügen sich die Fenster fast genauso rahmenlos in die Fassade ein, trotz eines völlig anderen Materials: Die Gästehausfassade wurde aus Textilbeton hergestellt. Dieser spezielle Verbundwerkstoff stellt thematisch ebenfalls einen Bezug zu den Lehrinhalten der Akademie her, wenn auch auf ganz andere Weise als das Lehrgebäude. Zusammen mit den dazwischen liegenden Außenflächen, die auch für die Gastronomie des Bistros genutzt werden, erzeugen die beiden Akademiegebäude einen einladenden „kleinen Campus im Campus“.

Im Gästehaus stehen 59, teils zusammenschaltbare Zimmer für mehr als 100 Gäste zur Verfügung. Ein Bistro, eine Bar, Gemeinschaftsküchen, wandelbare Aufenthaltsflächen mit Spielangeboten, Fitness- und Ruheraum sowie weitere Lernräume schaffen unterschiedlichste Möglichkeiten für Begegnung und gemeinsames Arbeiten. Wie bei der Textilakademie dominieren im Innenraum Sichtbeton und kontrastierende Möbel aus Eiche oder mattem HPL in dunklen Farbnuancen. Alle festen Einbauten hat das Innenarchitekturteam von sop architekten eigens entworfen – etwa das mobile, akustisch wirksame Sitzmöbel, das aus fünf flexiblen Modulen mit Stauflächen, herausnehmbaren, würfelförmigen Hockern, Pinnwänden und Whiteboards besteht. Die einzelnen Elemente können variabel zusammengeschoben und je nach Bedarf als Sitzstufen, Raumtrenner, Arbeits- oder Staumöbel verwendet werden. Eine regelrechte Bühne wird einer 11 m hohen Farbinstallation im Atrium bereitet, die in Kooperation mit dem Künstler Heinz Mack entstand: Die zwölf Paneele, deren Spektrum von knalligem Pink über Hellgrün bis zu einem tiefen Orange reicht, sind mit den gleichen Stoffen des 2017 realisierten Mack-Farbturms bezogen, der mittlerweile Platz vor der Textilakademie genommen hat. Sie sind akustisch wirksam – vor allem sind sie aber ein großes Farbspektakel.

www.sop-architekten.de

Fotos:

Andreas Wiese
www.fotografie-wiese.de

(Erschienen in CUBE Düsseldorf