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Remise reused

Eine alte Straßenbahnwerkstatt im Düsseldorfer Süden verwandelt sich in luftigen Wohnraum

Ein Zufallsfund war das Bestandsgebäude: Bei der Besichtigung des Wohnprojektes Wilde 13, das im... mehr

Ein Zufallsfund war das Bestandsgebäude: Bei der Besichtigung des Wohnprojektes Wilde 13, das im Tragwerk des ehemaligen Straßenbahndepots am Südpark realisiert wurde, stießen pos4 Architekten auf ein altes Werkstattgebäude. Auf Nachfrage hin erfuhren sie, dass es für die Remise – einst die alte Werkshalle, in der das Hebefahrzeug für entgleiste Staßenbahnen geparkt wurde – keine konkreten Nutzungsideen gäbe, nur die Tore wollte man streichen. So entstand schnell die Idee eines Wohnhausprojektes als eigene Entwicklung des Düsseldorfer Büros. Das erschien nicht nur nachhaltig, sondern auch sehr individuell, sollte am Ende doch ein offenes kleines Wohnhaus entstehen, in dem das historische Gewand mit einem geradlinig wie glatten Innenleben kontrastiert.

Herausforderungen sollten beim dreimonatigen Entwurfs- und siebenmonatigen Realisierungprozess nicht ausbleiben: Das Gebäude hatte keine Erschließung – Strom, Gas, Wasser und Abwasser mussten unter den unter Denkmalschutz stehenden Gleiskörpern, die direkt an das Objekt angrenzen, aufwendig herangeführt werden. Unter Denkmalschutz stand aber auch das Gebäude mit seinen Anbauten zu drei Seiten selbst: Sowohl der historische Dreiecksgiebel des kulissenartigen Baus wurde in Abstimmung mit dem Denkmalamt rekonstruiert, als auch die vordere Ziegelfassade und die Toranlagen. Die Tore und die mit altdeutschem Schiefer verkleidete Giebelfläche wurden dabei farblich in einem lichten Grauton aufeinander abgestimmt. Im Inneren gewährte das Denkmalamt den Architekten hingegen alle gestalterischen Freiheiten.

Die offen stehenden, drei Meter hohen Toranlagen zeigen stolz das neue Innenleben: Eine bis zu fünf Meter hohe Pfosten-Riegel-Verglasung füllt die Tore aus und schafft so ein offenes, luftiges Wohngefühl zwischen Drinnen und Draußen. Zwei breite Türflügel lassen sich zur Terrasse hin öffnen. Ansonsten dominiert ein cooles Weiß den Innenraum in Kombination mit einem kieselgrauen Labor-Epoxy-Boden, der die Umgebung spannungsvoll widerspiegelt. Lediglich die raue Ziegelwand der Stirnseite wurde als Zitat der Historie in die neue Wohnwelt mit überführt. Die offene Wohnhalle im Erdgeschoss steht in offener Beziehung zum Ess- und Kochbereich, der in den größten Einbau des Gebäudes integriert wurde. Eine eingezogene Wandscheibe schirmt vom Wohnbereich die einläufige Treppenanlage ab, die über eine kleine Brücke als Fuge im Raum besonders ausdrucksstark zelebriert wird. Im Obergeschoss nimmt eine in den Raum hinein gestellte Funktionsbox das WC und ein Duschbad auf. Die Badewanne dagegen steht frei im Schlafraum, der über raumhohe Verglasungen zum Wohnraum hin geöffnet wird. Zwischen Ober- und Untergeschoss lässt das weitere Blickbeziehungen entstehen, die den Raum erweitern.

www.pos4.de

Architekten: pos4 architekten www.pos4.de Fotos: Michael Reisch www.michaelreisch.com mehr

Architekten:

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Fotos:

Michael Reisch
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