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Regenerative Energien

Teil 1 – Biogene Energieerzeugung für das Eigenheim

Mit der Abkehr von der Atomenergie investiert Deutschland große Summen in die Förderung... mehr

Mit der Abkehr von der Atomenergie investiert Deutschland große Summen in die Förderung alternativer Energiequellen, um die unbedingte Entwicklung von Ressourcenschonung und Klimabalance voranzutreiben. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten wir von der Energie, die wir heute verbrauchen, 50-70  Prozent einsparen und 75 Prozent über erneuerbare Energien erzeugen. Die Botschaft geht somit auch an jeden einzelnen Hausbesitzer. Die Schweizer machen es uns mit der Initiative „2.000-Watt-Gesellschaft“ bereits vor, wie es geht.

Hinzu kommt der hohe Anteil der Wohn­kosten für Heizung, Warmwasser und Strom. Aus diesem Grund erzeugten in den vergangenen Jahren immer mehr Deutsche ihren eigenen kostengünstigeren Strom. Dezentrale Energiegewinnung erfolgt dabei mit Technologien wie Solar,- Wind- und Bioenergie, Wasserkraft sowie Geothermie. Wobei sich bei Wind- und Wasserkraft im Wohnsegment erst langsam das Entwicklungsrad dreht. Bedeutender ist zurzeit der Aspekt der biogenen Energieerzeugung. Sie ist bisher der wichtigste und vielseitigste erneuerbare Energieträger in Deutschland. Aus allem, was wächst, gedeiht, geerntet und ausgeschieden wird, lässt sich Energie gewinnen. Knapp über zwei Drittel der gesamten End­energie wurde 2013 durch die verschiedenen energetisch genutzten Biomassen bereitgestellt. Hierzu zählen unter anderem Alt- und Gebrauchtholz, Bioabfälle, Gülle/Festmist und Getreidestroh.

Der aktuell mit Abstand bedeutendste Bioenergieträger ist das Holz. Zu den Holzrohstoffen gehören Waldholz, Altholz (Gebrauchtholz), Landschaftspflege-material, aber auch Industrierestholz, das im Waldholz bereits enthalten ist. Aus ihnen gewinnt man klein gepresste Holzstäbchen, Pellets genannt, die für sogenannte Pellet-Heizungen verwendet werden. Sie funktionieren über eine Zuführeinrichtung, die bei Bedarf vollautomatisch Pellets an die Brennkammer liefert. Die entstehende Wärme bringt bei einer Zentralheizung das Wasser für den Heizkreislauf, bei Einzelöfen mit Wassertasche das dortige Wasser auf die gewünschte Temperatur oder wird direkt als Strahlungswärme an den Raum abgegeben. Da die Pelletheizung eine recht lange Anlaufphase hat, empfiehlt sich ein Wärmepufferspeicher aus dem bei Bedarf direkt punktuell abgerufen werden kann.

Die Vorteile überzeugen, denn sie sind umweltfreundlich durch den nachwachsenden Rohstoff Holz und einem hohen Wirkungsgrad von über 90 Prozent: Die Pelletierung benötigt weit weniger Energie als die Bereitstellung fossiler Brennstoffe und sie sind aktuell günstig im Betriebspreis. Außerdem ermöglichen sie eine gute Kombinationsmöglichkeit mit anderen regenerativen Energiequellen wie einer Solaranlage. Die gewonnene Energie zu speichern, gestaltet sich bei dieser Art Energieerzeugung weniger problematisch. Es besteht die Möglichkeit, in die Pellet-Öfen integrierte Energiespeicher einzusetzen oder Phasenwechselmaterialien anzuwenden. Das sind Stoffe, die beim Wechsel ihres Aggregatzustands von fest zu flüssig Energie speichern können und sie dann langsam wieder abgeben. Im Temperaturbereich von 23 bis 24 Grad funktioniert das mit Paraffin oder Salzhydratlösungen. All diese Argumente sind dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eine Bezuschussung auf Pellet-Öfen in Höhe von 1.400 Euro und gekoppelt mit einer Solaranlage 3.400 Euro wert. Das ist eine wirkliche Motivation, denn die vergleichsweise sehr hohen Anschaffungskosten und der große Platzbedarf für die Lager und Fördertechnik sowie die Feinstaubbelastung schrecken doch etwas ab. Aber dennoch kommt die Überlegung zur Ölheizung meist nur noch auf, wenn kein Anschluss an ein Gas- oder Fernwärmenetz möglich bzw. durch eine weite Entfernung zu teuer ist.

Die sprunghaft angestiegene Nachfrage von Pellets führt zu einer starken Ausweitung der Produktionskapazitäten bei den Herstellern, auch außerhalb Deutschlands. Die Transportwege importierter Brennstoffe sind zu lang und daher für die CO2-Bilanz nicht mehr relevant. Wer sich für eine Energiegewinnung mit Holz entscheidet, sollte deshalb immer ein Auge darauf haben, ob die Ware mit deutschen Zertifizierungen wie das ENplus-Zertifikat oder das Umweltsiegel „Blauer Engel“ versehen ist. Sie kennzeichnen deutsche Unternehmen mit nachhaltiger Forstwirtschaft und chemisch unbehandelten Holzrückständen.