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Metamorphose in Etappen

Ein Siedlerhaus wird sukzessive erweitert, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren

Wie sehr ein Haus mit sich verändernden Raumbedürnissen wachsen kann, führt ein Umbau vor, den... mehr

Wie sehr ein Haus mit sich verändernden Raumbedürnissen wachsen kann, führt ein Umbau vor, den das Architekturbüro LückerBeckmann an seinem Standort Ratingen in zwei Bauabschnitten realisiert hat. Die Eigentümer, eine vierköpfige Familie mit zwei heranwachsenden Kindern und Hund, wohnten in einer Doppelhaushälfte aus den 1950er-Jahren mit großem Grundstück, aber wenig Wohnfläche. Als sie sich das erste Mal an das Büro wandten, sollte eine großzügige Wohn-Essküche als zentraler Raum des Familienlebens in einem neuen eingeschossigen Anbau geschaffen werden.

Ausreichend Raum dafür bot die freie Fläche direkt neben dem Haus, die bis zur Garage an der Grundstücksgrenze reichte. Durch die Umlegung des alten Küchenbereichs konnte außerdem das bestehende Wohnzimmer großzügig erweitert sowie ein repräsentativer Eingangsbereich mit Gäste-WC geschaffen werden. Eine besondere Herausforderung war es dabei, zwischen unterschiedlichen Boden- und Deckenhöhen zu vermitteln, da das Haus bereits in früheren Dekaden durch rückwärtige Anbauten erweitert worden war. Durch einen erhöhten Anbau konnte zwischen den heterogenen Bauteilen schließlich vermittelt werden. Um Anbau und Garage harmonisch miteinander zu verbinden, wurde ihnen zudem eine Rahmenkonstruktion mit Vordach vorgelagert. Die homogene Gestaltung mit Faserzementplatten vereinheitlichte die Front und ließ sie entsprechend einladend und repräsentativ wirken.

Der zweite Bauabschnitt folgte ca. sechs Jahre später. Das vorhandene Bad im Zwischengeschoss war zwischenzeitlich viel zu klein geworden. Eine Aufstockung mit einem Sattelgeschoss sollte auf dem rückwärtigen Anbau realisiert und als Elternschlafzimmer mit transparenter Glasfront und Ausblick in den Garten genutzt werden. Ein größeres Badezimmer wurde durch eine neue überhöhte Dachgaube möglich, in der die großzügige, tagesbelichtete Waschtischanlage ihren Platz fand. Um die unvollständige Kubatur des Gebäudes im rückwärtigen Bereich zu vervollständigen und ein schlüssiges Fassadenbild entstehen zu lassen, wurde die gestalterisch prägende vorbewitterte Stehfalzverkleidung der Attika des Anbaus im Trauf- und Ortgangbereich des Satteldaches fortgeführt und zu einer einheitlichen Linienführung verbunden. Durch die beiden Umbauten konnte die Wohnfläche des Hauses von ursprünglich 101 m² auf 160 m² ausgedehnt werden. Trotz der Verwandlung der kleinteiligen Raumstruktur in ein großzügiges, zeitgenössisches Wohnkonzept hat das Haus seinen ursprünglichen Charakter nicht verloren – der frühere Bestand erscheint vielmehr geborgen im neu Hinzugefügten.

www.lbarchitekten.de

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|20)

Architekten: lücker beckmann www.lbarchitekten.de Dachdecker: Hammer & Keune... mehr
Architekten:

lücker beckmann
www.lbarchitekten.de

Dachdecker:

Hammer & Keune Bedachungen
hundk.prunkdeko.de

Zimmermann:

Thüs Zimmermeister
www.zimmerei-thues.de

Fensteranlagen:

Schreinerei Fischbach
www.schreinerei-fischbach.com

Fotos:

Philip Kistner
www.philipkistner.com

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