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Eine Fabrik zeigt Gesicht

Mit einfachen Mitteln ist im Gewerbegebiet Höherweg eine Produktionsarchitektur entstanden

Produktionsgebäude gehören heute nur selten zu den Bauaufgaben, in denen sich qualitätsvolle... mehr
Produktionsgebäude gehören heute nur selten zu den Bauaufgaben, in denen sich qualitätsvolle Architektur Gehör verschafft. Oft dominieren die immer gleichen Standardlösungen die Gewerbegebiete, was zugleich zu ihrer gestalterischen Monotonie führt. Mit ihrem realisierten Entwurf für die Chemiefabrik Schulz & Sohn GmbH gehen SOHOarchitekten aus Düsseldorf dagegen die Bauaufgabe mit mehr Architekturanspruch an. Ihrem 1.600 m2 Bruttogeschossfläche umfassenden Hallenbau lagerten sie ein dreigeschossiges Bürogebäude vor, dessen präzise elementierte Sichtbetonfassade ein klar artikuliertes Gesicht zeigt.

Gegründet wurde das Chemie-Unternehmen Schulz & Sohn bereits 1890 als Colonial- und Materialwarenhandlung. Nach dem 2. Weltkrieg wird der Großhandel im drogistischen Sortiment ausgebaut. Im Laufe der Jahre verlagert sich der Schwerpunkt der Aktivitäten vom Handel zur Erzeugung von eigenen Produkten. Seit 2001 ist das Unternehmen mit Produktentwicklung und Produktion am Höherweg in Düsseldorf-Lierenfeld ansässig. Als im Jahr 2010 eine Erweiterung anstand, konnte günstigerweise das Nachbargrundstück erworben und bebaut werden. Der Büroblock ist kopfseitig an der Halle angeordnet und zur Straße orientiert. Das robuste Erscheinungsbild der Fassade mit seiner klaren Strukturierung entspricht dem Standort eines Gewerbegebietes an einer stark befahrenen Straße. Die Betonsandwich-Fertigelemente wirken sowohl nach innen als auch nach außen mit einer starken Materialität, so dass der Baukörper einen homogenen Charakter erhält. In den Innenräumen bestimmen gegliederte Sichtbetondecken, die Polyurethan-Beschichtung der Böden und die mit Lärchenholz verkleideten Fensterleibungen den authentisch und natürlichen Charakter. Die in Kabeltrassen geführte Elektroinstallation und die unter den Geschossdecken verlegte Sanitärinstallation ermöglichen eine flexible Nutzung der Büro- und Laborräume. Die Dachflächen der Halle und des Büros sind zur Stromversorgung des Eigenbedarfs mit einer großflächigen Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Zur Löschwasser-Rückhaltung wurde die Bodenfläche der Halle als „Wanne“ mit leichtem Gefälle eingebaut.

Seit seiner Gründung schreibt das Unternehmen soziale Verantwortung und Integration groß. Kontinuierlich arbeiten Menschen mit Behinderungen im Betrieb. Sämtliche Räume der Produktionshalle und des Bürogebäudes wurden daher auch barrierefrei zugänglich gestaltet, alle Sanitärräume behindertengerecht ausgestattet. Die gesamte Entwurfs- und Realisierungsphase war durch die vertrauenvolle Zusammenarbeit von Bauherr und Architekt geprägt. Nach 14 Monaten Bauzeit konnte die erweiterte Produktionsstätte 2014 eröffnet werden.

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Architekten: SOHOarchitekten www.sohoarchitekten.de www.sohoarchitekten.de Fotos:... mehr