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Zeitlos modern

Wie elegant Architekten Wohnen und Arbeiten verbinden, zeigt ein Haus in Wannsee

Wenn Architekten für sich selber bauen, dann ist das oft keine leichte Aufgabe. „Das Budget... mehr

Wenn Architekten für sich selber bauen, dann ist das oft keine leichte Aufgabe. „Das Budget schwebt über einem, man möchte gleichzeitig aber auch etwas Werthaltiges bauen, was nicht der Mode unterworfen ist“, sagt Rolf Gnädinger. Der Berliner Architekt hat sich der Herausforderung gestellt und in Wannsee ein Haus gebaut, indem er selbst wohnt und mit seinen zehn Mitarbeitern auch arbeitet.

Das Grundstück war ursprünglich über 2.500 m² groß und mit einer Villa aus den 1920er-Jahren bebaut. Der Architekt konnte nach einer Teilung den Grund erwerben und neu bebauen. Da die Bausituation auf der schmalen, länglichen Fläche kompliziert war, wollte Gnädinger den Bau in seiner Form und auch in der Materialität möglichst einfach halten. Das zweigeschossige Gebäude verfügt deshalb über eine einfache und klare, an die klassische Moderne angelehnte monolitische Kubatur.

Die Gegend in Wannsee ist geprägt von vielen historischen Villen und altem Baumbestand. „Mir war vor allem die Transparenz und der Sichtbezug nach außen wichtig“, erklärt Gnädinger. Langgezogene Fensterbänder öffnen das Gebäude für die Umgebung. Der Wohnbereich ist zum Garten und zur nachbarschaftlichen Villa hin ausgerichtet. Die Büros liegen auf der Straßenseite. Der Eingang des Hauses befindet sich unter einer Auskragung. Die darunter liegende Betonwand ist farbig gestaltet. Sie bildet einen starken Kontrast zur matten Außenhaut des Gebäudes und wird so zu einem interessanten skulpturalen Blickfang.

Bei der Auswahl der Materialien bleibt der Architekt ebenfalls sehr reduziert. Das Gebäude ist zweischalig hergestellt, gemauert in einem Kalksandstein, mit einer Kerndämmung versehen und abschießend mit einem Klinker veredelt. „Ein Wärmeverbundsystem wird in einem bewaldeten Grundstück relativ schnell grün und unansehnlich“, erklärt Gnädinger. „Deshalb haben wir für die Fassade einen Klinker verwendet. Das schaut auch noch in hundert Jahren genau so aus und bindet sich in seiner Farbigkeit gut ein in die Umgebung mit den alten Villen.“

Neben dem Stein gibt es als weiteres Material nur noch Holz und Glas für die Fenster. Außen ist das Eichenholz mit einer Lasur versehen, innen nur geölt. Die schöne Maserung der Eiche bleibt erhalten, die sonst notwendigen regelmäßigen Anstriche bei Holzfenstern entfallen. Auch alle Einbaumöbel und die bündig eingefassten Türen sind aus Eichenholz gefertigt. Im Untergeschoss und in den Bädern sind 90 x 90 cm große Bodenplatten aus Stein verlegt. Die Schlafräume und auch die Büroräume sind mit einem Eichenparkett ausgestattet. Das Wohn- und Bürohaus in Wannsee löst die Aufgabe, sich in ein historisch gewachsenes Umfeld ohne laute Geste einzufügen. Der Architekt verzichtet dabei mit seiner Komposition aber nicht auf Wirkung und setzt eine elegante Gestaltung in Szene. Sie wird mit Sicherheit ihre Wertigkeit behalten wie die schönen alten Villen in der Umgebung.

www.gnaedinger-architekten.de

Architekten:   Gnädinger Architekten www.gnaedinger-architekten.de Fassade: PAHL II... mehr

Architekten:  

Gnädinger Architekten
www.gnaedinger-architekten.de

Fassade:

PAHL II Klinker Bau
www.pahl-klinker-bau.de

Dacharbeiten:

Dachland Berlin
www.dachland-berlin.de

Fußbodentechnik:

NFT Nehring Fußbodentechnik Rathenow
www.nft-rathenow.de

Fliesen- und Kaminbau:

Helmut Scholz
www.scholz-kamine.de

Gebäudetechnik:

Thomas Neß Electrics
www.tne-berlin.de

Fotos:

Christian Gahl