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Wohnen mit Frau Nachtigall

Eine Wohnanlage im Westend aus den 1920er-Jahren punktet mit viel Grün und bester Lage

Joachim Ringelnatz und Max Schmeling lassen grüßen: Sie schätzten als prominente Bewohner des... mehr

Joachim Ringelnatz und Max Schmeling lassen grüßen: Sie schätzten als prominente Bewohner des Berliner Westends rund um den Brixplatz im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf in den 1930er-Jahren die Lage im Grünen und kurzen Wege in die Innenstadt. Weitere prominente Bewohner waren die Schauspielerinnen Hilde Körber und Anny Ondra, die mit dem Boxweltmeister Max Schmeling verheiratet war. Ringelnatz bedachte „sein Viertel“ sogar mit einem Gedicht: „Es sang eine Nachtigall am Sachsenplatz, hast du in Berlin das je gehört? Sie sang, so schien es mir, für mich, für Ringelnatz.“

Heute heißt der Sachsenplatz zwar Brixplatz, aber das Viertel ist immer noch so schön grün, dass Nachtigallenklänge nicht ausgeschlossen sind. Mitten in dieser schönen Lage am Westsaum von Neu-Westend direkt am grünen Brixplatz ließ das Entwurfsbüro der Reichsbank schon 1921 bis 1923 das Gebäudeensemble Westend­allee 77–91 errichten, ganz im Stil des „Neuen Bauens“ der 1920er-Jahre: Statt kasernenartiger Wohnanlagen mit düsteren Hinterhöfen planten die Architekten nun Siedlungen, die mit ihrem gestalterischen und sozialen Anspruch etwas radikal Neues waren: Die Grundrisse familienfreundlich, jede Wohnung mit eigenem Balkon oder Loggia und die Wohnkomplexe in Grünanlagen eingebettet. Nahezu alle, die einzogen, waren schließlich auch Beamte der Reichsbank. Die denkmalgeschützte Wohnanlage hat bis heute nichts von seinem damaligen Reiz verloren. Berlin hat – im Gegensatz zu manch anderen Großstädten – diese Zeitzeugen erhalten und so fühlt man sich beim Anblick der fein weiß-gelb herausgeputzten dreigeschossigen Bauten mit ihren rot gedeckten Walmdächern ein bisschen wie auf einer Zeitreise in die 1920er-Jahre. Die Fassaden der sehr gut erhaltenen Gebäude werden zur Eingangsseite von in regelmäßigen Abständen angeordneten Kassetten-Fenstern  bestimmt, die dem Ensemble ein aufgeräumtes Erscheinungsbild verleihen. Der Baustil ist heute moderner denn je und wird Fans von puristischer Architektur sicherlich erfreuen. Die Wohnungen selbst sind funktional geschnitten, sehr hell und verfügen über Tageslichtbäder. Fast alle haben nach Westen ausgerichtete Balkone oder Wintergärten mit Blick auf die Bäume und Sträucher in den teilweise gemeinschaftlichen Grünflächen und Gartenanlagen. Ebenso hat sich an der guten Lage mit kurzen Wegen in die Stadt nichts geändert: In unmittelbarer Nähe befinden sich das Olympiastadion, der U-Bahnhof Neu-Westend und der Anschluss an die Stadtautobahnen. Für alle, die gern ein Stück Historie erwerben möchten. Für Kapitalanleger stehen derzeit noch 16 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen in der Wohnanlage zum Verkauf.

www.westend-invest.de


Fotos:

Nico Wegewitz

(Erschienen in CUBE Berlin 01|20)

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