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Lichtkunst made in Germany

Deutsche Künstler sind Impulsgeber

Seit inzwischen mehr als einhundert Jahren existiert die Lichtkunst als eigenständige... mehr
Seit inzwischen mehr als einhundert Jahren existiert die Lichtkunst als eigenständige Kunstgattung. Das technische Spektrum der Kunstwerke ist vielfältig: Künstliches Licht, das beispielsweise Skulpturen und Installationen die nötige Strahlkraft verschafft, kommt dabei in Form von Glühbirnen, Leuchtdioden, Neonlicht, Leuchtstoffröhren, Projektoren oder Beamern zum Einsatz. Insbesondere die Entwicklung der LED-Lichttechnologie sorgte für neue Einsatzmöglichkeiten - verstärkt auch im öffentlichen Raum. Mit vorgeblendeten LED-Netzen lassen sich beispielsweise Häuserfassaden scheinbar in Bewegung setzen, weil das Leuchtmittel nicht nur Licht spendet sondern auch bildgebend ist.

Das elektrische Licht inspirierte von Beginn an Künstler unterschiedlichster Richtungen - ob Futurismus, Konstruktivismus oder Bauhaus - gleichermaßen. Als Pioniere der jungen und innovativen Kunstgattung gelten László Moholy-Nagy, Thomas Wilfred und Zdenĕk Pešánek: Ihre Arbeiten zeigen, welche besondere Anziehungskraft das leuchtende Medium auf die Künstler ausgeübt hat. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weckte elektrisches Licht verstärkt auch das Interesse zahlreicher europäischer Künstlergruppen, die es mit raumgreifenden Installationen, Farbe und Bewegung inszenierten. Dabei setzten viele Künstler das elektrische Licht nicht nur statisch ein, sondern verbanden es mit kinetischen Elementen.
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland heute als Lichtkunst-Land weit vorn und ist sowohl bei Licht-Festivals als auch in künstlerischen Dimensionen impulsgebend. Jüngst widmete das Kunstmuseum Celle aktuellen Lichtkunst-Positionen eine Ausstellung mit Objekten und Installationen, deren Wirkung und Bedeutung über den effektvollen Einsatz in Design und Architektur hinausgehen. Im Mittelpunkt stand nicht der Zweck der Beleuchtung, sondern ganz eigene Ziele der vertretenden Künstler: Spiel, Staunen, Herausforderung, Anregung oder Erkenntnis. Vertreten waren u.a. die Lichtkünstler Björn Dahlem, Sven Drühl, Boris Petrovsky und Philipp Geist.

Björn Dahlem lässt sein Interesse an Naturwissenschaften in seine Arbeiten einfließen. In seinen Werken setzt er sich mit wissenschaftlichen Begrifflichkeiten auseinander und verwandelt diese in konkrete, dreidimensionale Gebilde. Oft kommen dabei Leuchtmittel wie Glühlampen oder Neonröhren zum Einsatz. Inspirieren lässt sich Dahlem auch von aktuellen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Ihn interessiert vor allem die Diskrepanz zwischen Vorstellung und Wirklichkeit. Seine Arbeiten sind humorvoll, spielerisch und poetisch.

Sven Drühl bezieht sich in den Neons in abstrahierter Form auf Vorlagen anderer Künstler: romantische Landschaftsmalereien des 19. Jahrhunderts aber auch zeitgenössische Werke. Sein Fokus liegt auf den Landschaftsumrissen, den Silhouetten. Das Leuchten der Neonröhren hat eine geheimnisvolle Wirkung auf den Betrachter.
Die Zusammenhänge zwischen Vorstellung, Zeichen, Begriff und Objekt in einer medialisierten Welt stehen im Mittelpunkt des Schaffens von Boris Petrovsky. Die Frage danach, wie die Wirklichkeit konstruiert ist, findet immer wieder Eingang in seine interaktiven Installationen und Objekte.

Zeit und Raum thematisiert die Installation inBetween von Philipp Geist. Bahnen aus transparenter Gaze, weiße Schnüre und vier Videoprojektionen können im abgedunkelten Raum von den Besuchern durchwandert werden - sie sind so selbst Teil des Werks. Durch ihre Schatten und individuellen Bewegungen verändert sich das Erscheinungsbild der Installation dabei immer wieder aufs Neue.