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Haus und Möbel zugleich

Wohnhaus in Wandlitz zeigt ungewöhnliche Integration von Architektur und Innenausbau

Die Bauherren des Hauses Wandlitz bewohnten ursprünglich eine große Dachgeschosswohnung im... mehr

Die Bauherren des Hauses Wandlitz bewohnten ursprünglich eine große Dachgeschosswohnung im Prenzlauer Berg. Das Ehepaar beschloss im Jahr 2013 aufs Land zu ziehen. Ein Gartengrundstück in der Nähe von Wandlitz benutzten sie bereits als Sommerresidenz. Dort wollte das Paar nun leben und ein Haus errichten. Die Bebauung des Grundstücks ließ jedoch nur eine Fläche von maximal 100 m² zu. Dem beauftragten Architekturbüro 2D+ Architekten erschien die Aufgabe zunächst kaum lösbar. Denn die Bauherren wollten trotz der geringen Fläche nicht auf den gewohnten Komfort ihrer Stadtwohnung verzichten und zusätzlich viele Sonderwünsche verwirklichen.

Aus der Notwendigkeit heraus, auf einer sehr begrenzten Fläche möglichst viel Raum zu schaffen, entschieden sich die Architekten für eine Holzbauweise: „Eine Holzwand ist 20 bis 30 Prozent schmaler als eine Massivwand“, berichten Markus Bonauer und Michael Bölling, die Partner bei 2D+ Architekten. „Uns ging es ganz konkret darum, jeden Millimeter zu sparen“. Die Holzbauweise ermöglicht es, das Tragwerk in die Dämmebene aus Holzfaserdämmung zu integrieren und so bei Einhaltung der geforderten Energiestandards zusätzlichen Raum zu gewinnen.

Mit der Holzbauweise entschieden sich die Architekten auch für eine ungewohnte Vorgehensweise bei der Realisierung des Baus. „Wir haben keine Einzelausschreibung für verschiedene Gewerke gemacht, sondern vom Rohbau bis zum Innenausbau alles mit dem gleichen Team umgesetzt“, berichtet Bonauer. Von der Planung bis zur Ausführung haben die Architekten mit dem Innenausbauer „holz & raum berlin“ aus Berlin zusammengearbeitet. Die Handwerker haben außen Profile aus vorgegrauter Lärche angebracht. Im Inneren lassen die Tischler großzügige Stauraumflächen komplett hinter einer gekälkten Eichenpanele verschwinden.

Der geringe Platz verlangte bei den Einbauten sehr viel Detailarbeit und Präzision. Das Gebäude ist nicht nur Haus, sondern durch die konsequente Integration der Innenarchitektur auch Möbel. Erst so entsteht das gewünschte Platzwunder. Auf nur 78 m² bringen die Architekten den Wohnbereich mit drehbarem Kamin und Einbauküche unter, ebenso eine Sauna und den Schlafbereich. Für den großzügigen Raumeindruck sorgen auch die Verglasungen auf den Längsflächen des Hauses. Die vorgelagerte Terrasse verbindet den Innenraum mit dem Garten. Im Sommer können die Bewohner die Fenster öffnen und den Wohnraum auf diese Weise deutlich vergrößern.

Die enge Verbindung von Architektur und Innenausbau ermöglicht es den Architekten ihre gestalterischen Ideen umsetzen. „Wenn wir auf so kleiner Fläche bauen, dann brauchen wir eine hohe Qualität in der Ausführung“, sagt Bonauer. „Nur über die Präzision im Rohbau ist es möglich, später auch ein Möbelstück zu integrieren“. Der Architekt berichtet, dass er eine solch enge Verbindung der Arbeit des Planers mit der ausführenden Firma aus Amerika kennt, wo er gearbeitet hat. Er glaubt, dass bei kleineren Bauten diese Arbeitsweise hierzulande noch zu wenig genutzt wird. „Die Liebe zum Detail wurde von den Handwerkern hervorragend umgesetzt“, betont Bonauer.

www.2dplus.com
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2D+ Architekten