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Gut für den Kiez

Mutige Bauherren und gute Architekten schaffen einen neuen Anziehungspunkt in Tegel

Zu einem mutigen Projekt gehört ein mutiger Projektentwickler. Im Fall des „Postwerks“ in Tegel... mehr

Zu einem mutigen Projekt gehört ein mutiger Projektentwickler. Im Fall des „Postwerks“ in Tegel steckt in dieser Funktion die Gruppe Glockenweiss dahinter. „Wir wollen der Stadtgesellschaft, von der wir viele soziale und kulturelle Impulse erhalten haben, etwas zurückgeben“, lautet das Motto der Geschäftsführer Christopher Weiß und Andrea von der Bel, die dieses Quartier als Bauherrn möglich gemacht haben. Die Umbauplanung für das – wie der Name schon sagt – ehemalige Postamt in der Grußdorfstraße stammt vom Berliner Architekturbüro &Mica. Davor  war der Bau Teil einer Blockrandbebauung mit den begrenzenden Straßen Budde- und Gorkistraße. Hinter dem denkmalgeschützten Bestandsgebäude befand sich im Innenhof des Karrees ein großer kaum genutzter Parkplatz. Das veranlasste die Architekten, den Autoplatz in einen Arbeitsplatz umzuwandeln. &Mica planten im Hof einen Neubau. Dieser und der Altbau könnten unterschiedlicher nicht sein, ergänzen einander aber dennoch gut. Das Ensemble der Gebäude bildet nun eine Einheit als Ort mit modernen Büros unterschiedlichster Größe mit exzellenter Raumqualität. Tegel drohte als Stadtteil Berlins zu veröden, seit der Flughafen geschlossen wurde. Daher war auch das ein Anreiz für die Gemeinschaft der Planendenen, hier neues Leben zu implantieren. Die bauliche Intervention im Bestandsbau war – abgesehen von der Instandsetzung der baulichen Substanz – der Ausbau des Dachgeschosses, der bereits 2018 erfolgte. Die Balken des Dachstuhls im steilen Satteldach bleiben sichtbar und in die Dachschräge wurden Fenster eingebaut. Diese lassen bei schönem Wetter gleißendes Licht ins Innere strömen und bringen dadurch das Weiß des Bodens und der Wände zum Strahlen. Der riesige Raum ist als Großraum-Office nutzbar oder auch in kleinere Einheiten unterteilbar. Die ehemalige Schalterhalle der Post avancierte zum Hauptveranstaltungsort. Mit einer neuen Empore bot sich diese Art der Umnutzung an. Im Altbau befindet sich auch ein großer Coworking Space namens „Beydes“.

Der eigentliche Clou und Hingucker ist der Neubau im Hinterhof. Das asymmetrische Gebäude, das wie ein aus der Form geratener, eigensinniger Würfel anmutet, wird nach oben hin schmaler. Es ist vollständig in wetterbeständige, geflammte Holzlamellen eingehüllt – ganz in Schwarz steht es als Solitär an seinem Platz. Hier wurden ebenfalls neue Büroflächen gewonnen, die sich für Coworking Spaces oder sonstige Anforderungen eignen. Der Holzhybridbau nutzt die begrenzte Fläche optimal aus. Die Kubatur des Fünfgeschossers verjüngt sich nicht nur in den oberen Geschossen, sondern auch im Erdgeschoss, jeweils nach hinten versetzt. Das verleiht dem Baukörper Leichtigkeit. Teile des vollkommen versiegelten Platzes wurden renaturiert, indem grüne Aufenthaltsflächen geschaffen wurden. Drei Fliegen also mit einer Klappe: Nachverdichtung, neue Nutzung und Schaffung von urbanem Grün.

www.undmica.de

Fotos:

Büro Schramm für Gestaltung, Thomas Heimann

(Erschienen in CUBE Berlin 04|23)

Architektur: &Mica www.undmica.de Leuchten (außen): Bega www.bega.com Heizkörper:... mehr
Architektur:

&Mica
www.undmica.de

Leuchten (außen):

Bega
www.bega.com

Heizkörper:

Kermi
www.kermi.com
Lindner
www.lindner-group.com

Fliesen:

Mosa
www.mosa.com
Mirage
www.mirage.it

Sanitär-Keramik:

Grohe
www.grohe.de

Holzfassade:

HandHolzWerk
www.handholzwerk.de

Außenanlagen:

Schönherr Landschaftsarchitekten
www.schoenherr.la